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Rückkehrer aus Syrien : Norwegen warnt vor Terrorakt

Auf der Hut: norwegische Sicherheitskräfte am Flughafen Oslo Bild: dpa

Die Behörden in Norwegen haben „unspezifische aber plausible“ Informationen über einen drohenden Terroranschlag. Deshalb wagt die Regierung einen ungewöhnlichen Schritt.

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          In Norwegen haben die Behörden am Donnerstag vor einer akuten Terrorgefahr durch Islamisten gewarnt. Die Sicherheitsbehörden des Landes hätten Informationen erhalten, nach denen „Individuen“ mit Verbindung zu einer islamistischen Gruppierung in Syrien die Absicht haben könnten, in den nächsten Tagen einen Terroranschlag in Norwegen auszuführen. Die Informationen seien „unspezifisch, aber plausibel“. Das teilten das norwegische Justizministerium, die Polizei und der Geheimdienst in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Wie die norwegische Tageszeitung „Aftenposten“ berichtet, ist nicht klar, um welche islamistische Gruppe es sich genau handelt und auch nicht, ob die Bedrohung von Menschen ausgehe, die aus dem syrischen Bürgerkrieg zurückgekehrt sind oder mit ihnen sympathisieren. Rund 50 norwegische Islamisten seien in den vergangenen Jahren nach Syrien gereist, hieß es. Die Präsenz der bewaffneten Sicherheitskräfte an Grenzen, Flughäfen und Bahnhöfen wurde erhöht. Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg verschob wegen der Warnungen ihren Urlaub und blieb in Oslo.

          Die Entscheidung, die Bevölkerung einzuweihen, sei gefallen, um eine Attacke abzuwenden, hieß es. „Normalerweise gehen wir so nicht in die Öffentlichkeit, aber in der gegenwärtigen Situation haben wir Grund zu glauben, dass die Bedrohung real ist“, sagte die Chefin des norwegischen Geheimdienstes, Benedicte Bjørnland. Mehrere öffentliche Gebäude, wie zum Beispiel auch das königliche Schloss in Oslo, sind nach Medienberichten vorerst nicht mehr für Besucher zugänglich. Besorgnis erregte die norwegische Terrorwarnung auch in Dänemark und Schweden, die Sicherheitsstufen wurden dort aber zunächst nicht erhöht.

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