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Russland : Putin rüstet russische Atomstreitkräfte auf

Moderne russische Interkontinentalraketen vom Typ „Yars“ werden auf einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau präsentiert. Bild: AFP

Wladimir Putin will für seine Nuklearstreitkräfte mehr als 40 neue Interkontinentalraketen anschaffen. Sie sollen jede Abwehr überwinden können, sagt er. Die Nato kritisiert die Ankündigung als „nukleares Säbelrasseln“.

          Der russische Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, die nuklearen Streitkräfte des Landes in diesem Jahr mit mehr als 40 neuen Interkontinentalraketen auszurüsten. Diese würden „in der Lage sein, jede beliebigen, sogar die technisch modernsten Raketenabwehrsysteme zu überwinden“, sagte Putin am Dienstag anlässlich der Eröffnung einer Waffenmesse in Kubinka nahe Moskau.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Er kündigte zudem an, zwei neue Radarknotenpunkte zu schaffen, die den Westen und den Osten des Landes überwachen sollten. Zuvor hatte das russische Außenministerium angekündigt, Aufklärung über geplante Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz in Osteuropa zu suchen, von der die Zeitung „New York Times“ berichtet hatte.

          Ein General im Verteidigungsministerium in Moskau sagte, der Schritt wäre „der aggressivste Schritt des Pentagons und der Nato seit der Zeit des Kalten Krieges“ und werde Russland „keine andere Wahl lassen, als seine Truppen und Kräfte in der westlichen strategischen Richtung zu verstärken“.

          Unter anderem kündigte der General an, man werde als Reaktion „neue“ Iskander-Raketen in der Exklave Kaliningrad, dem früheren Königsberg, stationieren. Entsprechende Drohungen, die sich gegen die baltischen Staaten und Polen richten, hatte es schon in der Vergangenheit gegeben.

          Die Nato hingegen sprach von der Ankündigung Russlands als einem „nuklearen Säbelrasseln“. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte in Brüssel nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Pläne Russlands seien "ungerechtfertigt" und wirkten zudem "destabilisierend und gefährlich".

          Russland verfügt nach Informationen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) über rund 7500 Sprengköpfe. Das unabhängige russische Institut PIR-Center veranschlagt die Zahl der Interkontinentalraketen, nach Daten aus den Jahren 2010 bis 2012, mit 385. Amerikas Bestände an Atomwaffen sind dem hingegen etwas geringer. Beide Länder haben ihre Arsenale in den vergangenen Jahren reduziert, arbeiten, nach dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Sipri aber stark an einer Modernisierung ihrer Nuklear-Arsenale.

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