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Putin rechtfertigt Annexion : „Krim-Operation war Reaktion auf Nationalismus“

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Krim-Annexion als Rettungseinsatz: der russische Präsident Wladimir Putin am 9. Mai 2014 im Sewastopol Bild: dpa

Zum Jahrestag des Krim-Referendums bekräftigt der russische Präsident Putin, dass Russland keine andere Wahl als die Annexion gehabt habe. Man habe „die Menschen in dieser Situation nicht alleine lassen können“.

          Der russische Präsident Wladimir Putin hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Annexion der Halbinsel Krim von langer Hand geplant zu haben. „Wir dachten niemals an die Abspaltung der Krim von der Ukraine“, sagte er. Bei den Massenprotesten in der Ukraine vor einem Jahr sei aber „extremer Nationalismus“ sichtbar geworden. „Erst dann, das will ich betonen, entstand der Gedanke, dass wir die Menschen in dieser Situation nicht alleine lassen können“, sagte er in der am Sonntag ausgestrahlten Sendung „Krim – Der Weg zurück zur Heimat“ des Staatsfernsehens, aus der vorab in der vergangenen Woche immer wieder einzelne Zitate veröffentlicht worden waren.

          Russland habe der Krim-Bevölkerung die Gelegenheit gegeben, in einer Abstimmung über ihre Zukunft zu entscheiden; er würde in derselben Lage wieder so handeln, sagte Putin weiter. Am Montag ist das Referendum zum Beitritt der Halbinsel zu Russland ein Jahr her. Der Westen sieht in der Einverleibung einen Bruch des Völkerrechts.

          Verteidigungsminister Schoigu: „Kein Kampfauftrag“

          Während des Konflikts sei die Krim eine „Festung“ gewesen, sagte Putin weiter. Die etwa 20.000 Angehörigen der dort stationierten russischen Schwarzmeerflotte seien mobilgemacht worden, zudem hätten sich Dutzende Flugabwehrraketenkomplexe und andere schwere Waffen einschließlich Panzertechnik auf der Halbinsel befunden. Russland habe aber keine „zusätzlichen Kontingente“ eingeflogen.

          Er sei sich jedoch in den Gesprächen mit westlichen Politikern unsicher gewesen, ob diese nicht doch militärisch eingreifen. Auf dem Höhepunkt der Krise habe er deswegen nicht ausschließen können, das Nukleararsenal der Atommacht notfalls in Bereitschaft zu versetzen.

          Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte in derselben Sendung, die Soldaten hätten keinen Kampfauftrag gehabt. „Wir sind nicht hierhergekommen, um zu besetzen, sondern um zu schützen.“ Putin warf den Vereinigten Staaten seinerseits vor, bei den Protesten in der Ukraine vor einem Jahr die Nationalisten unterstützt zu haben. „Sie halfen, (...) die Kampfabteilungen im Westen der Ukraine vorzubereiten.“

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