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Nach Absturz in der Ostukraine : Piloten: MH17 hätte Gebiet nicht überfliegen dürfen

  • Aktualisiert am

Überreste des abgestürzten Flugzeuges MH17 in der Ost-Ukraine Bild: AFP

Piloten- und Airlineverbände kritisieren nach dem mutmaßlichen Abschuss von MH17 die Risikoinformationen, die die Fluggesellschaften für ihre Routenplanung erhalten.

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          Die europäische Pilotenvereinigung European Cockpit Association (ECA) schlägt nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine Alarm. Der Vorfall habe „eine gewichtige Schwäche – wenn nicht ein Versagen – der internationalen Bedrohungs- und Risikobewertung in der zivilen Luftfahrt“ aufgedeckt, erklärte der Verband am Donnerstag in Brüssel. Im Rückblick sei es „nicht akzeptabel“, dass eine Passagiermaschine das Gebiet überhaupt überflogen habe, urteilte die ECA.

          Der Pilotenverband bemängelte, dass Fluggesellschaften unterschiedliche risikorelevante Informationen bekämen. Manche erhielten offenbar Informationen „von den mächtigsten nationalen Sicherheitsdiensten“. Die Airlines anderer Staaten würden hingegen „einem größeren Risiko überlassen“, hieß es in der Erklärung des Dachverbands, dem in Deutschland die Vereinigung Cockpit angehört.

          „Airlines brauchen unabhängige Risikobewertung“

          Der ECA verlangte, aus dem Unglück in der Ukraine Lehren zu ziehen. Es müsse unter anderem mit den Regierungen darüber diskutiert werden, welche sicherheitsrelevanten Informationen Airlines untereinander weitergeben dürften, hieß es.

          Flugrouten von Europa nach Südostasien

          Auch der europäische Branchenverband Association of European Airlines (AEA) forderte eine Debatte über die Flugsicherheit. Der Verband drang darauf, dass die Airlines Zugang „zu unabhängigen Risikobewertungen hätten“, statt sich nur auf Informationen von Regierungen und Flugaufsichtsbehörden verlassen zu müssen. Der Absturz in der Ukraine werfe Fragen über das Zustandekommen von Risikobewertungen auf, mahnte der Verband der Fluggesellschaften ebenfalls am Donnerstag in Brüssel.

          Die Boeing 777 von Malaysia Airlines war am Donnerstag vergangener Woche mit 298 Menschen an Bord vermutlich aufgrund eines Raketentreffers abgestürzt. Die Aufständischen in der Ostukraine und die Regierung in Kiew werfen einander seitdem gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Einige Fluggesellschaften hatten schon vor diesem gravierenden Zwischenfall ihre Flugrouten geändert und die Ostukraine nicht mehr überflogen. Andere folgten ihrem Beispiel nach dem mutmaßlichen Abschuss.

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