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Abflug im Kampfjet : Poroschenko macht den Putin

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Auf zu neuen Ufern: Poroschenko kurz vor dem Start des Kampfjets Bild: AFP

In Zeiten der Krise setzt der ukrainische Präsident auf Symbolpolitik und lässt sich beim Flug in einem Kampfbomber filmen. Mit seinem Auftritt ahmt er allerdings einen seiner größten Feinde nach.

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          Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko hat in gewisser Weise seinem russischen Amtskollegen und derzeitigem politischen Feind Wladimir Putin nachgeahmt und sich am neu geschaffenen Feiertag des Landesverteidigers beim Flug in einem Kampfbomber filmen lassen. Ein von der ukrainischen Präsidentschaft verbreitetes Video zeigt, wie Poroschenko mit Helm auf dem Kopf in das Jagdflugzeug vom Typ Suchoi-27 steigt und hinter dem Piloten Platz nimmt. Zu sehen ist dann der Start vom südukrainischen Militärflughafen Saporijia und ein Flugzeug, das am Himmel einige Kurven fliegt.

          Putin pflegt seit längerem ähnliche Auftritte, die womöglich seine Stellung als einer der mächtigsten Männer der Welt untermauern sollen (siehe Bilderstrecke). Bereits im März 2000 unternahm auch er als Kopilot einen Flug in einem Kampfjet vom Typ Suchoi-27, der ihn in die tschetschenische Hauptstadt Grosny führte. Zudem tauchte Putin beispielsweise mit einem U-Boot ab, fuhr in einem Rennwagen, angelte mit Ministerpräsident Dimitri Medwedjew, legte Karategegner auf die Matte und ging mit einer Harpune auf Jagd.

          Ob die Männerfreundschaft zwischen Putin und Poroschenko nun neues Leben eingehaucht bekommt, ist jedoch fraglich. Seit April 2014 bekämpft die ukrainische Armee im Osten des Landes prorussische Rebellen, die möglicherweise von der Regierung in Moskau mit Geld und Waffen unterstützt werden. Putin bestreitet allerdings, dass Russland an dem Konflikt im Nachbarland beteiligt ist.

          Das Vorbild: Putin fliegt im März 2000 im Kampfbomber nach Grosny Bilderstrecke

          Unterdessen ist nach Wochen weitgehender Waffenruhe in dem Konflikt im Kriegsgebiet Donbass ein ukrainischer Soldat getötet worden. Drei weitere Kämpfer seien verletzt worden, sagte der ukrainische Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko am Mittwoch in Kiew. Er warf den Separatisten im Gebiet Donezk vor, Regierungstruppen am Dienstagabend mehrere Minuten lang unter Beschuss genommen zu haben.

          Die Feuerpause in der Ostukraine gilt seit dem ersten September und hält Beobachtern zufolge weitgehend. Poroschenko rief seine Soldaten zur Wachsamkeit auf. Die Lage sei ruhig, „aber sie birgt leider noch immer große Risiken", sagte er. Zudem bekräftigte der ukrainische Präsident Forderungen nach Waffenlieferungen des Westens.

          Die Ukraine erhält nach offiziellen Angaben bereits Militärtechnik von westlichen Staaten, aber keine scharfen Waffen. Russland hatte mehrfach gewarnt, es würde Waffenlieferungen an die Ukraine als Gefahr für die eigene Sicherheit einstufen. In Moskau forderte Außenminister Sergej Lawrow russischen Agenturen zufolge ein Ende der Wirtschaftsblockade des Donbass durch die ukrainische Regierung.

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