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Paris : Attentat auf zwei Kirchen vereitelt

Am Ort des geplanten Anschlags: Innenminister Cazeneuve, Premierminister Valls und Bürgermeister Le Bohellec vor der Kirche Sainte Thérèse in Villejuif Bild: AFP

In Frankreich hat die Polizei einen weiteren, schweren Terroranschlag verhindert. Nach Aussage von Innenminister Cazeneuve hat der Zufall Polizisten auf die Spur geführt. Der mutmaßliche Attentäter ist ein Informatikstudent aus Algerien, der seit fünf Jahren in Frankreich lebt.

          Die französischen Sicherheitsbehörden haben eher zufällig ein geplantes Attentat auf zwei katholische Kirchen in Villejuif im Süden von Paris vereitelt. Das hat Premierminister Manuel Valls am Mittwoch bestätigt. Er besuchte noch am Mittwochabend die Kirchen Saint Cyr und Sainte Thérèse in dem Vorort südlich der Hauptstadt, die vermutlich während der Sonntagsmesse angegriffen werden sollten.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der mutmaßliche Attentäter ist der 24 Jahre alte Informatikstudent Sid Ahmed Ghlam, der sein Abitur in Algerien ablegte und seit 2010 in Frankreich lebt. Nach Aussagen des ermittelnden Staatsanwalts, François Molins, stand Ghlam in Kontakt mit einer Person im Ausland, vermutlich in Syrien, von der er genaue Anweisungen für den Anschlag auf eine Kirche in der Banlieue von Paris erhielt.

          Der Zufall half der Polizei

          In seiner Wohnung im 13. Arrondissement von Paris hat die Polizei ein großes Waffenarsenal sowie schusssichere Westen und Munition sichergestellt. Die Ermittler fanden auch Schriftstücke zu den Attentatsplänen sowie Propagandamaterial von Al Qaida und der Terrororganisation „Islamischer Staat“ in arabischer Sprache.

          Es war Zufall, dass die Polizei den mutmaßlichen Terroristen fasste. Am Sonntagmorgen rief Ghlam beim Notarztdienst Samu an. Er sei angeschossen worden, sagte er. Die Notärzte kamen dem Verletzten zur Hilfe und riefen die Polizei, wie es bei einer Schussverletzung Pflicht ist. Die Polizisten gingen der Blutspur nach und stießen auf ein Auto, das in der Nähe geparkt war. Im Auto fanden sie eine Kalaschnikow, eine andere Feuerwaffe, eine schusssichere Weste, Munition und ein Blaulicht. Der verletzte Mann gestand, der Eigentümer des Autos zu sein. Die Ermittler durchsuchten daraufhin auch seine Wohnung und stießen auf die Schriftstücke mit den Anschlagsplänen sowie auf weitere Waffen und Ausrüstung.

          Der mutmaßliche Attentäter sei den Sicherheitsbehörden bekannt, sagte der französische Innenminister Cazeneuve. Im vergangenen Jahr hatte er versucht, nach Syrien auszureisen. Er verschwand eine Woche in die Türkei und wurde bei seiner Rückkehr in Polizeigewahrsam genommen. Doch die Ermittler konnten ihm im Verhör keine belastenden Informationen entlocken. Auch eine Durchsicht seiner Internetverbindungen lieferte keine Beweise.

          Der Mann wurde daraufhin freigelassen, aber seine Akte mit dem Vermerk „S“ für „Staatssicherheit“ gekennzeichnet. Das bedeutet eine verstärkte Polizeiüberwachung, „ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen“. Ghlam soll auch in einen Raubmord verwickelt sein. In einem Auto, in dem eine Frau am Sonntag tot aufgefunden wurde, sicherten die Ermittler DNA-Spuren des mutmaßlichen Attentäters. Am Mittwoch wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch eine 25 Jahre alte Frau in Saint-Dizier festgenommen, die in Kontakt mit Ghlam gestanden haben soll. Ein Teil seiner Familie lebt in Saint-Dizier.

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