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Russische Justiz : Ukrainischer Regisseur zu 20 Jahren Haft verurteilt

  • Aktualisiert am

Oleg Senzow muss 20 Jahre in Lagerhaft. Bild: Reuters

Der ukrainische Regisseur Oleg Senzow ist von einem Gericht im russischen Rostow am Don zu 20 Jahren Lagerhaft wegen Terrorismus verurteilt worden. Der ukrainische Präsident Poroschenko geißelte das Urteil als ungerecht.

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          Ein russisches Gericht hat den ukrainischen Filmregisseur Oleg Senzow zu 20 Jahren Gefängnis wegen „Terrorismus“ verurteilt. Den Mitangeklagten Alexander Koltschenko verurteilten die Richter im südrussischen Rostow am Don zu zehn Jahren Haft. Den beiden Männern wurde in dem international umstrittenen Prozess von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Mai 2014 das Büro einer prorussischen Partei auf der Krim in Brand gesetzt und geplant zu haben, eine Lenin-Statue in Simferopol in die Luft zu sprengen.

          Senzow und Koltschenko haben sich in dem Verfahren stets als unschuldig bezeichnet. Die Vorwürfe gegen sie und der ganze Prozess seien politisch motiviert, sagen sie, was jedoch von Russland zurückgewiesen wurde. Die Anklage hatte für Senzow eine Strafe von 23 Jahren und für Koltschenko 12 Jahre gefordert. Gegen zwei weitere Angeklagte hatte das Gericht schon Strafen von jeweils sieben Jahren verhängt.

          Senzow war im Mai 2014 bei einer Demonstration gegen die russischen Annexion der Krim verhaftet worden. Mehrere andere bekannte Regisseure wie Mike Leigh, Stephen Daldry, Pedro Almodovar und selbst Putin-Freund Nikita Michalkov hatten sich für ihn eingesetzt und auch Menschenrechtler hatten sich seiner Sache angenommen.

          Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bezeichnete das Urteil des „Gerichts der Okkupanten“ als ungerecht. „Halte durch, Oleg“, schrieb er auf seinem Facebook-Account. Weiter heißt es dort: „Es wird eine Zeit kommen, in der diejenigen, welche über dich zu Gericht saßen, sich selbst auf der Anklagebank wiederfinden werden.“

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