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Kommentar : Moskaus magere Bilanz

  • -Aktualisiert am

Die EU hält wieder einen Gipfel mit sechs früheren Sowjetrepubliken ab. Russlands Krieg in der Ukraine hat das nicht verhindern können.

          Obwohl der Krieg in der Ukraine auf kleiner Flamme weiter köchelt, hat er das große geopolitische Bild weniger verändert, als das noch vor ein paar Monaten möglich schien. Dass die Staats- und Regierungschefs der EU jetzt wieder einen Gipfel der sogenannten „Östlichen Partnerschaft“ abhalten, zeigt, dass die EU ihren Anspruch auf enge Beziehungen zu den früheren Sowjetrepubliken nicht aufgegeben hat.

          Die Ukraine, Georgien und Moldau werden weiter über Handel und politische Zusammenarbeit an den Westen gebunden. Die drei anderen Länder der Partnerschaft suchen ihr Glück entweder an Moskaus Seite (Weißrussland, Armenien) oder irgendwo in der Mitte (Aserbaidschan). Aussicht auf einen Beitritt zur EU - oder gar zur Nato - hat auf absehbare Zeit keines dieser Länder, denn darüber war in Brüssel noch nie ein Konsens zu erzielen.

          So sah die Lage im Großen und Ganzen auch schon vor der russischen Kraftmeierei in der Ukraine aus. Einen nüchternen Strategen könnte das ins Grübeln bringen. Aber von denen scheint es in Moskau nicht mehr viele zu geben.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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