https://www.faz.net/-gq5-7y53c

Neue Partei in Griechenland : Papandreou spaltet Sozialisten

  • Aktualisiert am

Der damalige griechische Regierungschef Giorgos Papandreou verkündet 2010 auf der Insel Kastellorizo seinen Landsleuten in einer Rede die schwierige finanzielle Lage. Bild: AP

Sein Vater Andreas Papandreou gründete vor 40 Jahren die sozialistische Partei Pasok. Sein Sohn und Nachfolger Giorgos Papandreou gründet nun drei Wochen vor der Neuwahl eine neue Partei. Für die in Umfragen führende Linksopposition könnte dies gefährlich werden.

          1 Min.

          Wenige Wochen vor der griechischen Parlamentswahl steht die sozialistische Traditionspartei Pasok vor der Spaltung. Der ehemalige sozialistische Regierungschef Giorgos Papandreou gründete am Freitag eine neue Partei. Dieser „Neustart“ der „Bewegung“ solle das Land „aus der Krise führen“, hieß es in einer Erklärung Papandreous.

          Mehr zu den Zielen seiner Partei wollte der 61 Jahre alte Politiker am Samstagabend bei einer Veranstaltung in Athen bekanntgeben. In Griechenland werden am 25. Januar vorgezogene Wahlen stattfinden, nachdem die Wahl eines Staatspräsidenten im Parlament dreimal gescheitert ist.

          Papandreou verlässt damit die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok), die sein Vater Andreas Papandreou 1974 gegründet hatte. Die Pasok hatte das Land seit 1981 mit kleinen Pausen mehr als 20 Jahre regiert. Zurzeit sind die Sozialisten der Junior-Koalitionspartner in der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras.

          Beobachter werteten im Fernsehen Papandreous Schritt als Versuch, einen Teil der Wählerschaft der oppositionellen Linkspartei Syriza unter Alexis Tsipras zu gewinnen. Viele frühere Sozialisten waren in den vergangenen Jahren wegen der schweren Finanzkrise zur Syriza abgewandert, die bei den letzten Wahlen hinter den Konservativen zur zweitstärksten Kraft wurde und derzeit in den Umfragen vorne liegt.

          Die neue Papandreou-Partei könnte möglicherweise den Konservativen unter Regierungschef Antonis Samaras dazu verhelfen, ihre gefährdete Position als stärkste Partei bei der Wahl zu verteidigen. Umfragen zur neuen Partei lagen am Freitag noch nicht vor.

          Giorgos Papandreou hatte Griechenland zwischen 2009 und 2011 während der schlimmsten Phase der Finanzkrise regiert. 2010 hatte er die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe gebeten und ein hartes Sparprogramm verhängt. Im November 2011 musste er nach einer nicht mit den Geldgebern vereinbarten Ankündigung einer Volksabstimmung über die Euro-Politik seiner Regierung zurücktreten. Das Referendum fand nicht statt. Papandreous Kabinett wurde von einer Übergangsregierung abgelöst. Doe Parteiführung übernahm der heutige Pasok-Chef Evangelos Venizelos.

          Weitere Themen

          Bundes-CDU gegen Wahl von Ramelow Video-Seite öffnen

          Thüringer Landtag : Bundes-CDU gegen Wahl von Ramelow

          Die Bundes-CDU stellt sich gegen den in Thüringen erzielten Kompromiss zur Lösung der Regierungskrise in dem Freistaat. Während Katja Kipping von den Linken die neue Lage begrüßt.

          Topmeldungen

          Bodo Ramelow im Thüringer Landtag

          Krise in Thüringen : Keine Absprachen, aber viel Zuversicht

          Thüringens Alt-Ministerpräsident Bodo Ramelow ist zuversichtlich, am 4. März mit demokratischer Mehrheit gewählt zu werden. Absprache mit der CDU habe es nicht gegeben, sagt er.

          Vor der Bürgerschaftswahl : Warum Hamburg anders wählt

          Am Sonntag wählen die Hamburger eine neue Bürgerschaft. Was wünschen sie sich von der Politik für ihre Stadt? Ein Blick auf den Durchschnittshamburger gibt Antworten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.