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Neue Aufgabe in Rom : Tebartz-van Elst zieht um

  • -Aktualisiert am

Bekommt eine neue Aufgabe: Franz-Peter Tebartz-van-Elst Bild: dpa

Neue Aufgabe für Franz-Peter Tebartz-van Elst: Allem Anschein nach soll der frühere Limburger Bischof in Rom im Rat für die Neu-Evangelisierung arbeiten. Die Beteiligten äußern sich nur verhalten – doch der Umzugswagen steht schon bereit.

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          Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zieht um. Seit Dienstagmittag steht ein gelber LKW mit Regensburger Kennzeichen direkt neben dem Eingang der Nummer 64 in der Via di Santa Maria dell’Anima 64 bei der Kirche der deutschsprachig-katholischen Gemeinde in Roms Altstadt, und zwei Packer tragen seine Möbel in den obersten Stock. Sie seien angehalten nichts zu sagen, sagen die beiden Männer bei einer Vesperpause auf der Gasse, bestätigen aber, dass sie für einen Geistlichen arbeiten. Es gebe noch viel zu tun, auch an diesem Mittwoch. Dann erst könne an Rückfahrt gedacht werden.

          Der frühere Bischof von Limburg wird in Rom als Delegat im 2010 gegründeten Rat für die Neu-Evangelisierung arbeiten. Er werde sich dort um die Katechese kümmern; dem Gebiet, über das er 1993 an der Universität Münster promovierte, heißt es beim Rat. Mehr ist dort jedoch nicht zu erfahren.

          Eine gemeinsame Arbeitsgrundlage

          Sein Vorsitzender, der italienische Erzbischof Rino Fisichella, lernte Tebartz-van Elst 2012 in Frankfurt kennen, als der Bischof ein Pontifikalamt und eine Jugendmesse im Rahmen der Rats-Initiative Missio Metropolis organisierte. Seither sagen die einen, beide Bischöfe hätten eine gemeinsame Arbeitsgrundlage gefunden. Andere behaupten wiederum, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe Fisichella gebeten, den Bischof aufzunehmen.

          Bisher hat es auch keine Veröffentlichung zu der Ernennung gegeben, die im Dezember mit einer Paraphe von Papst Franziskus und der Unterschrift von Parolin erfolgte. Offenbar will Franziskus möglichst wenig Nachrichtenstoff liefern; gerade mit dem Verschweigen aber heizt er die Gerüchteküche an. Er denke gar nicht daran, die Ernennung zu veröffentlichen, wurde der Papst Anfang Februar zitiert; er wolle lieber überhaupt nicht über so etwas reden.

          Schon im Januar hatte Tebartz-van Elst an einer Sitzung des Rates teilgenommen, dessen Zukunft eigentlich ungewiss ist. Fisichella ist einer der wenigen Amtschefs, die seit dem Amtsantritt des Papstes noch nicht offiziell von ihm bestätigt wurden. Auch heißt es, der Rat werde entweder in der etwa 400 Jahre alten Kongregation für die Evangelisierung der Völker (Propaganda Fide) unter dem vom Papst geschätzten Fernando Kardinal Filoni aufgehen, oder es werde aus der Fisichella-Institution und dem Laien- und Familienrat eine neue Kongregation gebildet. Andererseits übertrug der Papst erst kürzlich dem Rat die Betreuung des „Heiligen Jahres“ der Barmherzigkeit, was als Vertrauensbeweis für Fisichella und den Rat gewertet werden kann.

          Der 1959 geborene Tebartz-van Elst sucht seit Oktober 2013 nach einer neuen Aufgabe. Damals hatte der Papst sein Angebot auf Amtsverzicht angekommen, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz dem Bischof erhebliche Mitverantwortung für die enorm hohen Kosten der Bischofsresidenz in Limburg, Verfahrensfehler und Lügen vorgeworfen hatte.

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