https://www.faz.net/-gq5-7tf5f

Nato-Gipfeltreffen : Eskalation

  • -Aktualisiert am

Die Reaktion der Nato auf die russische Aggression ist angemessen - aber im Kern zurückhaltend. Das Gebaren Russlands in der Ukraine ist ein epochaler Bruch. Die SPD tut sich mit dieser Erkenntnis noch immer schwer.

          Die Nato wird auf einem Gipfeltreffen Ende der Woche eine angemessene, aber im Kern immer noch zurückhaltende Antwort auf die russische Aggression in der Ukraine geben. Sie will die Reaktionsfähigkeit ihrer schnellen Eingreiftruppe verbessern und für diese in Osteuropa ein paar Basen einrichten, auf denen Material und Logistik für den Ernstfall vorgehalten werden können.

          Das ist das mindeste, was in dieser neuen Lage an sicherheitspolitischen Signalen nötig ist - an die verunsicherten östlichen Verbündeten genauso wie an Russland. Und es handelt sich gerade nicht um eine dauerhafte Truppenstationierung in Osteuropa, ebenso wenig um die Kündigung des Grundlagenvertrags mit Moskau.

          Dass Sigmar Gabriel trotzdem meint, diesen Teufel an die Wand malen zu müssen, zeigt, dass die SPD sich immer noch schwer damit tut, zu erkennen, welch epochaler Bruch die russische Expansion in der Ukraine für das Zusammenleben der Völker in Europa darstellt. Die militärische Eskalation, die Gabriel unbedingt verhindern will, geht nicht vom westlichen Bündnis aus, sondern von Moskau.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

          Folgen:

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.