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Nach türkischen Angriffen : PKK kündigt Waffenstillstand mit Türkei auf

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Über einem Trauermarsch für die Opfer des mutmaßlichen IS-Anschlags in Suruc weht die Flagge der PKK. Bild: Reuters

Die Kurdische Arbeiterpartei hat ihren Waffenstillstand mit Ankara für „bedeutungslos“ erklärt. Die türkische Luftwaffe hatte zuvor Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat und der PKK im Nordirak angegriffen.

          Die militante Kurdische Arbeiterpartei PKK hat ihren Waffenstillstand mit der türkischen Regierung aufgekündigt. Nach dem Luftangriff auf PKK-Lager in Nordirak in der Nacht zum Samstag sei er bedeutungslos geworden, teilte die PKK auf ihrer Internetseite mit.

          Die Türkei war am Samstag abermals gegen die PKK und die Terroristenmiliz Islamischer Staat (IS) vorgegangen. In der Nacht hätten türkische Kampfflugzeuge PKK-Militärlager im Nordirak bombardiert und Bodentruppen hätten PKK- wie auch IS-Kämpfer in Nordsyrien angegriffen, teilte das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu mit. Im Irak seien verschiedene Ziele, darunter auch Wohnungen und Warenlager, ins Visier genommen worden. Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu kündigte an, Teile Nordsyriens, aus denen die IS-Kämpfer verdrängt würden, zu einer Art Sicherheitspuffer ausbauen zu wollen.

          Die Regierung in Ankara hat sich nach einem Selbstmordattentat eines mutmaßlichen IS-Kämpfers in der Grenzstadt Suruc mit 32 Toten entschieden, schärfer gegen den IS und militante Kurden vorzugehen. Am Freitag hatte die Luftwaffe dann erstmals den IS in Syrien angegriffen, allerdings ohne die Grenze zu überschreiten. Zugleich öffnete das Nato-Land seine Luftwaffen-Stützpunkte für die Vereinigten Staaten.

          Darüber hinaus nahm die türkische Polizei am Freitag in einem landesweiten Großeinsatz Hunderte Kurden, Anhänger von linksradikalen Gruppen und Islamisten fest. Wie Ministerpräsident Davutoglu mitteilte, wurden seit Freitag landesweit insgesamt 590 Verdächtige wegen Verbindungen zu „Terrororganisationen“ festgenommen.

          Das Vorgehen Ankaras könnten den Friedensprozess mit den Kurden endgültig zum Scheitern bringen. 2012 hatten Friedensgespräche begonnen. Dabei wurde auch ein Waffenstillstand und ein Abzug der PKK-Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak vereinbart. Der Friedensprozess liegt derzeit ohnehin auf Eis.

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