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Nach dem Anschlag von Paris : Muslime verurteilen den Terror

  • Aktualisiert am

Ein französischer Muslim hält am 9. Januar in Saint-Etiennevor einer Moschee ein Schild mit der Aufschrift „Nicht in meinem Namen“, um gegen den Anschlag von Paris zu protestieren. Bild: AFP

Die Attentäter von Paris berufen sich für ihre mörderischen Taten auf den Islam. Die Imame als oberste geistliche Autoritäten der französischen Muslime haben die Morde im Namen Allahs nun im Freitagsgebet auf Schärfste verurteilt. Auch in Deutschland ist ein ähnlich starkes Signal geplant.

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          In Frankreich haben Imame in ihren Freitagsgebeten den Terroranschlag von Paris verurteilt. „Ich finde keine Worte, um diese Aktion zu verurteilen: Horror, Feigheit“, sagte Imam Haroun Derbal aus Marseille. Viele Vorbeter folgten den Aufrufen der islamischen Organisationen in Frankreich und verurteilten Gewalt und Terrorismus.

          Zugleich mahnten sie, dass Islam und Islamismus nicht verwechselt werden dürften. „Die kriminelle Tat ist von verirrten Muslimen begangen worden, die den Propheten rächen wollten. Aber der Prophet ist Vergebung“, sagte der Imam von Bordeaux, Tareq Oubrou. Die islamischen Organisationen riefen die Muslime des Landes auf, gemeinsam mit allen Bürgern eine Schweigeminute für die Opfer zu begehen.

          Seit dem Terroranschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ sind mehrere Moscheen und Gebetsräume Ziel islamfeindlicher Angriffe geworden. In der Nacht zum Freitag wurden ein Schweinekopf und Gedärme vor der Tür eines Gebetssaals in Corte (Korsika) abgelegt. In Bayonne im Baskenland wurde die Tür einer Moschee am Freitagmorgen mit Parolen besprüht.

          An weiteren Orten gab es seit Mittwoch Schüsse und Angriffe mit Handgranaten auf Moscheen, bei denen niemand verletzt wurde. „Wir sind im Krieg gegen den Terrorismus, nicht gegen eine Religion“, unterstrich der französische Premierminister Manuel Valls am Freitag nach einer Krisensitzung mit allen Präfekten.

          Mahnwache in Berlin geplant

          In Deutschland riefen die Islamverbände für Montag in Berlin zur einer Mahnwache auf. Muslime und Nichtmuslime müssten Haltung zeigen gegen Gewalt und für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland, forderte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, am Freitag in Köln. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft von Extremisten hüben und drüben auseinandergerissen wird.“

          Der Generalsekretär der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion Ditib, Bekir Alboga, sagte: „Diese Tat hat uns sehr schockiert und als Muslime zutiefst getroffen.“ Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, sagte der Anschlag sei kein religiöser Akt, sondern ein Akt gegen die Religion gewesen.

          Auch in der islamischen Welt war der Terroranschlag von Paris vielerorts Thema bei den Freitagsgebeten. Irans oberster Vorbeter, Imam Ahmad Chatami, sagte etwa: „Der Islam erlaubt nicht die Tötung von Unschuldigen, sei es in Paris, Syrien, im Irak, im Jemen, in Pakistan oder Afghanistan.“

          Die radikalen Islamisten nutzten ihrerseits die Freitagsgebete, um den Anschlag von Paris für ihre Propaganda auszuschlachten. Ein Prediger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sagte nach Augenzeugenberichten in einer Moschee im irakischen Mossul: „Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen. Morgen werden es Großbritannien, die Vereinigten Staaten und andere sein.“

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