Missbrauchs-Skandal in England :
In einem verdorbenen Land

Von Jochen Buchsteiner, London
Lesezeit: 6 Min.
Premierminister David Cameron, hier am Montag während einer Rede in Colchester, lud Fachleute zum „Kindermissbrauchsgipfel“ in Downing Street ein.
In der Grafschaft Oxfordshire wurden in den vergangenen 16 Jahren fast vierhundert Kinder missbraucht. Lange Zeit wollten das die Behörden nicht wahrhaben, deckt ein aktueller Bericht auf. Cameron reagierte mit einem „Kindermissbrauchsgipfel“ in London. Er will einen Kulturwandel erreichen.

Vor eineinhalb Jahren erhielten die Briten schon eine Vorstellung davon, was in der Grafschaft Oxfordshire passiert ist. Von einem Gericht im Londoner „Old Bailey“ wurden im Juli 2013 sieben Männer zu Haftstrafen bis zu zwanzig Jahren verurteilt. Sie hatten niemanden ermordet, aber sich, wie es Richter Peter Rock ausdrückte, „Sexualverbrechen von äußerster Verdorbenheit“ schuldig gemacht. Gezielt hatten sich die Männer - fünf mit pakistanischen, zwei mit ostafrikanischen Wurzeln - an junge, weiße Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren herangemacht, sie in ihre Gewalt gebracht, vergewaltigt, zum Teil zu Foltersex gezwungen und verkauft.

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