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Militärmanöver : Russische Truppen marschieren an der Grenze auf

  • Aktualisiert am

Russische Soldaten bei einem Manöver Anfang April in Wolgograd Bild: AFP

„Wenn diese Kriegsmaschine heute nicht gestoppt wird, dann führt das zu einer großen Zahl von Getöteten und Verletzten“: Russland reagiert auf die Kämpfe im Osten der Ukraine mit Drohungen - und einem großen Militärmanöver.

          Russland hat an der Grenze zur Ukraine mit Militärmanövern begonnen, an denen sich Landstreitkräfte und Luftwaffe beteiligen. Die Truppen übten die „Formierung zur Erfüllung von Aufgaben“. Moskau sei „gezwungen“, auf das Vorgehen der ukrainischen Sicherheitskräfte gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu reagieren, sagte Verteidigungsminister Sergej Schojgu.

          In der Ukraine sei „das Signal zur Anwendung von Waffen gegen die friedliche Bevölkerung gegeben“ worden. „Wenn diese Kriegsmaschine heute nicht gestoppt wird, dann führt das zu einer großen Zahl von Getöteten und Verletzten“, sagte Schojgu. Die Kräfte seien ungleich verteilt: Die ukrainische Führung hat nach Schojgus Angaben 11.000 Mann mit etwa 160 Panzern in Bewegung gesetzt, während „in die Einheiten der Selbstverteidigung im Südosten der Ukraine etwa 2000 Mann zählen mit etwa 100 automatischen Waffen“, die überwiegend in gestürmten Gebäuden der Polizei und des ukrainischen Geheimdienstes erbeutet worden seien.

          Diese Angaben Schojgus stehen im Widerspruch zu denen des selbsternannten „Volksbürgermeisters“ von Slawjansk Wjatscheslaw Ponomarjow, der am Donnerstag sagte, allein in seiner Stadt stünden 2500 Mann unter seinem Kommando, die über Maschinengewehre, Granatwerfer und Luftabwehrgeschütze des Typs „Nona“ verfügten. „Und ich möchte anmerken, das ist noch nicht alles, wir haben noch eine kleines Geheimnis, eine Überraschung“, wird Ponomarjow von der örtlichen Internetseite slavgorod.com.ua zitiert.

          Schojgu erhob auch Vorwürfe gegen die Nato: Durch die Ankündigung von Manövern in Polen und im Baltikum behindere sie die Normalisierung der Lage in der Ukraine.

          Die Zeitung „Kyiv Post“ meldete unter Berufung auf eine ranghohe Quelle in den ukrainischen Sicherheitskräften, die „antiterroristische Operation“ in der Ostukraine sei aufgrund des russischen Truppenaufmarsches vorübergehend angehalten worden. Die Gefahr eines Eindringens russischer Truppen in die Ukraine sei deutlich gewachsen. Deshalb würden die Pläne für die Operation derzeit überarbeitet. Doch seien die Separatisten schon jetzt in Panik.

          Zuvor hatte schon Russlands Präsident Wladimir Putin mit „Konsequenzen“ gedroht: Sollte die ukrainische Regierung tatsächlich das Militär gegen die Bevölkerung einsetzen, sei das ein „schweres Verbrechen am eigenen Volk“, sagte Putin am Donnerstag. Der Einsatz werde „Konsequenzen für diejenigen haben, die diese Entscheidungen treffen, vor allem für die zwischenstaatlichen Beziehungen“.

          Die prowestlich eingestellte Übergangsregierung in Kiew bezeichnete Putin als „Junta“. Konkrete Angaben zu den angedrohten Konsequenzen machte er nicht. Am Mittwoch hatte Russland bereits indirekt damit gedroht, militärisch in den Konflikt in der Ukraine einzugreifen.

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