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Medienbericht : Athener Kommission sieht Berlin als Schuldner

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Altlasten: Deutsche Fallschirmjäger nach ihrer Landung auf Kreta 1941 Bild: Picture Alliance

Auf Deutschland könnten aus Griechenland Reparationsforderungen in Milliardenhöhe zukommen. Zu diesem Ergebnis kommt die griechische Zeitung „To Vima“. Sie zitiert aus einem Geheimbericht der Athener Regierung.

          Die Überschrift  im englischsprachigen Internetauftritt von „To Vima“ ist so allgemein gehalten, dass sich die Brisanz des Textes nicht auf Anhieb erschließt. Von einer „streng geheimen Reparationsstudie“ ist die Rede. Doch der erste Eindruck trügt. Sollte das, was in den folgenden Zeilen steht stimmen, könnte das deutsch-griechische Verhältnis vor einer neuen, schweren Belastungsprobe stehen. Laut Informationen von „To Vima“ hat eine 80-köpfige Arbeitsgruppe im Auftrag der griechischen Regierung eine Studie erarbeitet, in der griechische Reparationsansprüche aus dem Zweiten Weltkrieg zusammengetragen worden sind.

          Die Ergebnisse der Studie nennt „To Vima“ in ihrem englischen Nachrichtenportal nicht. Der „Spiegel“ jedoch berichtet, dass die Zeitung in ihrer Sonntagsausgabe erste Inhalte der Studie zitiere. Demnach kämen die Kommissionsmitglieder zu dem Ergebnis dass Griechenland „niemals irgendwelche Entschädigungen erhalten“ habe. Wie hoch die daraus abzuleitenden Forderungen seien, schreibt die Zeitung nicht.

          Nicht zum ersten Mal wird in Griechenland über deutsche Reparationszahlungen diskutiert. In der Vergangenheit hatten griechische Organisationen die Gesamtsumme möglicher Leistungen auf 162 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfielen 108 Milliarden Euro auf Leistungen für Kriegsschäden und weitere 54 Milliarden Kredite, zu deren Leistung Deutschland Griechenland zwischen 1942 und 1944 gezwungen habe.   

          Die Zuständigkeit für den Bericht liegt mittlerweile offenbar  nicht mehr alleine beim Finanzministerium. Das Nachrichtenportal „Spiegel Online“ zitiert einen ranghohen Regierungsvertreter mit den Worten, nach denen Premierminister Antonis Samaras persönlich über die Veröffentlichung des Berichts entscheiden werde.

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