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Geplantes Nato-Manöver : Erstmals Raketenabschüsse von Tschechien aus

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Auf dem Weg zu Übungen in Osteuropa: Ein Güterzug mit amerikanischen Panzern am Bahnhof Saalfeld (Thüringen) Bild: dpa

Gemeinsam mit seinen Nachbarländern und den Vereinigten Staaten will Tschechien in einem geplanten Manöver den Ernstfall proben. Inmitten der Ukraine-Krise soll die Verteidigungsfähigkeit der Nato demonstriert werden.

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          Während der Konflikt in der Ostukraine weiterhin ungelöst ist, hat Tschechien ein Militärmanöver mit den Vereinigten Staaten und anderen Nato-Partnern angekündigt. An der Übung im südwestlichen Boletice nähmen vom 22. Juni bis zum 3. Juli mehr als 400 Soldaten aus Tschechien, den Vereinigten Staaten, Ungarn, Litauen und der Slowakei teil, erklärte eine Sprecherin des tschechischen Verteidigungsministeriums. Erstmals seien gemeinsame Abschüsse von Boden-Luft-Raketen mit kurzer Reichweite in der Tschechischen Republik geplant.

          Die tschechische sowie die litauische Armee beteiligen sich den Angaben zufolge mit RBS-70-Raketen, die Slowaken mit dem System Igla und die Ungarn mit Raketen vom Typ Mistral. Die amerikanische Armee solle bei dem Manöver die elektronische Sicherheit des Kommandozentrums in Stara Boleslav nahe Prag und der Kommunikation der Zentrale mit den beteiligten Einheiten sicherstellen.

          Bei der Militärübung soll ein Luftangriff auf ein europäisches Nato-Mitglied simuliert und die Verteidigungsfähigkeit der Allianz demonstriert werden. Am Montag hatte die tschechische Regierung bereits mitgeteilt, dass sie einem großen amerikanischen Militärkonvoi die Durchquerung des Landes gestatte. Dadurch wolle sie ihre Solidarität mit verbündeten Staaten demonstrieren, die „durch die Eskalation der Spannung zwischen Russland und der Ukraine bedroht“ seien.

          Das Parlament in Sofia machte am Freitag den Weg für die Einrichtung eines Nato-Kommandozentrums in Bulgarien frei. Es geht um eines von sechs Kommandozentren, die das Verteidigungsbündnis kommendes Jahr einrichten will, um die Absicherung seiner östlichen Flanke zu verstärken. Die Kommandozentrale soll Militärübungen verschiedener Staaten in Bulgarien koordinieren. Die Hälfte der 40 Mitarbeiter sollen Bulgaren sein. Dafür musste das Parlament ein Gesetz aufheben, das es der bulgarischen Armee untersagte, auf eigenem Boden unter internationalem Kommando zu agieren.

          Die russische Armee hält derzeit gleich mehrere großangelegte Manöver ab, unter anderem auf der vor einem Jahr annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, in der zwischen Polen und Litauen gelegenen russischen Exklave Kaliningrad und in der Arktis.

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