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London : Messerattacke in U-Bahn – Polizei spricht von Terror

  • Aktualisiert am

Ein Polizist bewacht den U-Bahnhof Leytonstone. Bild: dpa

Ein Mann hat in der Londoner U-Bahn auf Fahrgäste eingestochen und mehrere Menschen verletzt. „Das ist für Syrien“, soll er während der Tat gerufen haben.

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          In der Londoner U-Bahn hat ein Mann auf drei Fahrgäste mit einem Messer eingestochen. Dabei sei eine Person schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Zwei Opfer hätten leichte Verletzungen davongetragen. Die Zeitung „Evening Standard“ berichtet, dass der Angreifer bei seiner Tat gerufen haben soll: „Das ist für Syrien.“ Die Sicherheitskräfte werteten den Angriff am Bahnhof Leytonstone in der britischen Hauptstadt als terroristischen Vorfall, sagte ein Vertreter des Terrorismusabwehrzentrums.

          Der Angreifer habe auch andere Personen bedroht. Polizisten konnten ihn nach Einsatz eines Elektroschockers festnehmen. Die Polizei rief die Bevölkerung nach dem jüngsten Zwischenfall zur Ruhe auf. In sozialen Medien kursiert ein Video, das eine große Blutlache in einem U-Bahn-Eingang zeigte. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Angriff Samstagabend kurz nach 19 Uhr im Londoner Osten. Eines der Opfer habe schwere, aber nicht lebensbedrohende Stichwunden erlitten, zwei weitere kamen mit leichten Verletzungen davon, hieß es in der Mitteilung der Polizei weiter.

          London : Messerangriff in Londoner U-Bahn

          Der Angriff in der Schalterhalle ereignete sich drei Tage, nachdem das britische Parlament für eine Beteiligung Großbritanniens an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien gestimmt hatte. Die Abgeordneten hatten dem Antrag von Premierminister David Cameron am Mittwochabend zugestimmt, und bereits am Donnerstagmorgen flog die britische Luftwaffe erste Angriffe.

          Cameron hatte bereits seit Längerem Luftangriffe in Syrien angestrebt, jedoch keine Mehrheit dafür hinter sich bringen können. Nach den Anschlägen von Paris am 13. November, bei denen islamistische Attentäter 130 Menschen töteten, änderte sich die Stimmung. In Großbritannien gilt seit August 2014 die zweithöchste von fünf Terrorwarnstufen. Dies bedeutet, dass ein Anschlag als wahrscheinlich gilt.

          Vor der Messerattacke hatte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon gesagt, die Angriffe gegen den IS würden "die Straßen Großbritanniens sicherer" machen. Denn die Angriffe würden diejenigen treffen, die Anschläge „auf unser Volk und unsere Verbündeten vorbereiten“.

          Großbritannien hatte im Juli 2005 seinen schlimmsten islamistischen Anschlag erlitten, als 52 Menschen durch Selbstmordattentäter in der Londoner U-Bahn und einem Bus ums Leben kamen.

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