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Migrant, Muslim, mutig : Frankreichs neuer Held

  • Aktualisiert am

Lassana Bathily im Interview beim französischen Fernsehsender BFMTV. Bild: BFMTV

Lassana Bathily hat mehreren Menschen beim Supermarkt-Anschlag das Leben gerettet. Frankreichs Präsident dankte ihm, Tausende fordern einen Orden für ihn. Der aus Mali stammende Muslim hat einen anderen Wunsch.

          Frankreich hat einen neuen Helden: Lassana Bathily. Er stammt aus Mali, ist 24 Jahre alt und Muslim. Am Freitag soll er bei der Geiselnahme in dem jüdischen Hyper-Cacher-Supermarkt in Paris mehreren Menschen das Leben gerettet haben. Wie viele genau, darüber gibt es unterschiedliche Angaben: Die Zeitung „New York Times“ berichtet, Bathily habe 15 Menschen in der Kühlkammer versteckt, die Nachrichtenagentur AFP spricht von mindestens fünf Menschen, die Süddeutsche Zeitung schreibt, Bathily habe sechs Menschen gerettet.

          Bathily selbst beschrieb die ungewöhnliche Rettungsaktion gegenüber dem französischen Fernsehsender BFMTV wie folgt: Zum Zeitpunkt der Geiselnahme habe er im Keller des Supermarktes gebetet, als plötzlich mehrere Besucher hereingestürmt seien, allesamt auf der Flucht vor dem Geiselnehmer. Er habe daraufhin die Menschen in eine Kühlkammer geführt, die Kühlung ausgestellt, das Licht ausgeschaltet und versucht, die Leute zu beruhigen.

          Allerdings habe der Geiselnehmer offenbar vermutet, dass sich im Untergeschoss Menschen verstecken würden und deshalb eine Angestellte nach unten geschickt. Vier Leute aus dem Versteck hätten die Frau begleitet, um dem Attentäter zu versichern, dass niemand sonst im Keller sei. Die anderen hätten weiter im Kühlraum ausgeharrt. Er habe ihnen angeboten, sie durch den Lastenaufzug ins Freie zu führen, doch das hätten sie nicht gewollt, erzählt Bathily. Sie hätten befürchtet, dass das Geräusch des Lifts den Geiselnehmer aufschrecken würde. Also machte er sich alleine auf den Weg - laut der Nachrichtenagentur AP über eine Feuertreppe.

          Held in Handschellen

          Vor dem Supermarkt wartete die Polizei und nahm den 24 Jahre alten Helden fest. „Sie haben mich eineinhalb Stunden lang festgehalten“, sagt Bathily. „Sie haben mir nicht geglaubt.“ Letztlich habe er die Beamten aber überzeugen können, er habe ihnen einen Grundriss des Supermarkts gezeichnet und den Polizisten auch einen Schlüssel zu einem Absperrgitter gegeben.

          Wie die französische Zeitung „Le Figaro“ berichtet, hat sich inzwischen Frankreichs Präsident Francois Hollande bei ihm persönlich am Telefon für seinen Einsatz bedankt. Und auch Israels Premierminister  Benjamin Netanyahu dankte Bathily in einer Synagoge in Paris: Er habe sieben Juden das Leben gerettet.

          Eine Facebookseite wurde in seinem Name kreiert, fast 15.000 Fans fanden sich innerhalb weniger Stunden. Auf Twitter kursiert der Hashtag #UneMedaillePourLassana. Bathily hofft hingegen auf die französische Staatsbürgerschaft. Er habe sie schon länger beantragt, sagt Bathily: „Mal sehen, ob es jetzt klappt.“

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