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Krisendiplomatie : Amerika und Russland suchen das Gespräch

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Wollen bald miteinander sprechen: Der russische Außenminister Lawrow (Mitte) und sein amerikanischer Amtskollege Kerry (2. von rechts), hier im März im Gespräch mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier, dem französischen Präsidenten François Hollande und seinem Außenminister Laurent Fabius (von links nach rechts) Bild: AFP

Die Vereinigten Staaten und Russland wollen innerhalb von zehn Tagen direkte Gespräche über die Lage in der Ukraine führen. An dem Treffen sollen auch Vertreter der Europäischen Union und aus Kiew teilnehmen.

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          Die USA und Russland haben sich nach Angaben aus Washington auf direkte Gespräche über die Lage in der Ukraine geeinigt. An dem Treffen innerhalb der nächsten zehn Tage sollten auch Vertreter der Europäischen Union und der Ukraine teilnehmen, teilte das amerikanische Außenministerium am Montag mit. Darauf hätten sich Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow in einem Telefonat geeinigt, sagte eine Sprecherin. Der genaue Termin sowie die Agenda der Gespräche müsse aber noch festgelegt werden, hieß es.

          Kerry habe Lawrow in dem Gespräch dazu gedrängt, sich von den „Separatisten, Saboteuren und Provokateuren“ zu distanzieren, die mehrere öffentliche Gebäude im Osten des Landes besetzt hatten. Am Montag verlangten die pro-russischen Demonstranten die Unabhängigkeit der Region Donezk. Diese Aktionen seien anscheinend keine „spontane Reihe von Ereignissen“, habe Kerry gesagt, sondern eine „orchestrierte Kampagne mit russischer Unterstützung“. In dem Land seien russische Geheimdienstmitarbeiter festgenommen worden.

          Auf der anderen Seite hat die Regierung in Moskau die Ukraine davor gewarnt, Gewalt gegen die pro-russischen Demonstranten im Osten des Landes anzuwenden. Außenminister Sergej Lawrow habe dies am Montag in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Andrej Deschtschyzja deutlich gemacht, teilte das russische Außenministerium mit. Lawrow sprach demnach von den legitimen Forderungen der Demonstranten, „ihre Sprache, ihre Kultur und ihre sozioökonomischen Rechte zu schützen“.

          Ein Zeichen der Unterstützung

          Die Vereinigten Staaten haben unterdessen erneut ein Kriegsschiff ins Schwarze Meer geschickt. Der mit Flugabwehrraketen ausgestattete Zerstörer „USS Donald Cook“ werde dort binnen einer Woche  eintreffen, hieß es am Montag aus Verteidigungskreisen in  Washington. Mit der Verlegung wolle das amerikanische Militär ein Zeichen der Unterstützung an die osteuropäischen NATO-Verbündeten senden.

          Pentagon-Sprecher Steven Warren erklärte, das US-Militär plane Manöver der „USS Donald Cook“ mit verbündeten Anrainerstaaten des  Schwarzen Meeres. Die geplanten Übungen würden aber nicht in  ukrainischen Häfen stattfinden. Im vergangenen Monat hatten die USA  bereits den Zerstörer „USS Truxtun“ vorübergehend ins Schwarze Meer beordert, inzwischen hat das Kriegsschiff die Gewässer aber wieder  verlassen.

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