https://www.faz.net/-gq5-7p1jy

Krim : Russland verstärkt seine Schwarzmeerflotte

  • Aktualisiert am

Russische Armeeangehörige beim Aufbau einer Pontonbrücke auf der Krim Bild: AFP

Umgerechnet fast 2 Milliarden Euro will Moskau in den kommenden Jahren in die auf der Krim stationierte Flotte stecken. Sie soll neue U-Boote und Kriegsschiffe erhalten.

          1 Min.

          Russland will seine auf der Krim stationierte Schwarzmeerflotte ausbauen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu teilte am Dienstag mit, Moskau werde bis zum Jahr 2020 insgesamt 86,7 Milliarden Rubel (1,75 Milliarden Euro) in die Entwicklung und Modernisierung der Flotte stecken.

          Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge sagte Schoigu, noch dieses Jahr werde die Flotte neue U-Boote und Schiffe der „jüngsten Generation“ erhalten. Zudem würden in den Stützpunkten neue Marineinfanterie- und Luftabwehreinheiten gebildet.

          Schoigu fügte hinzu, ein Patrouillenboot und zwei Landungsboote hätten sich bereits der Schwarzmeerflotte im Krim-Hafen Sewastopol angeschlossen. Russland hatte die seit 1954 zur Ukraine gehörende mehrheitlich russischsprachige Krim im März nach einem umstrittenen Referendum in sein Staatsgebiet eingegliedert.

          Der russische Präsident Wladimir Putin gab im Nachhinein zu, dass sich zur Zeit des Referendums russische Soldaten auf der Schwarzmeerhalbinsel befanden.

          Merkel kritisiert Militärparade auf der Krim

          Unterdessen kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) russische Pläne, am Freitag eine Militärparade auf der Halbinsel Krim abzuhalten, an der vielleicht auch Putin teilnimmt. Der 9. Mai sei für Russland als Erinnerung an den Sieg über den Nationalsozialismus ein sehr wichtiges Datum, sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades. Sie selbst sei deshalb vor vier Jahren nach Moskau gereist, um diesen Tag zu würdigen. „Ich finde es schade, wenn ein solcher Tag genutzt wird, um in einem solchen Spannungsfeld eine Parade abzuhalten.“

          Zugleich bekräftigte die Kanzlerin, dass die Bundesregierung alles versuche, um eine diplomatische Lösung in der Ukraine zu erreichen. Die OSZE müsse eine wesentlich größere Rolle zur Stabilisierung des Landes bekommen, auch um die Präsidentschaftswahl am 25. Mai vorzubereiten. „Wir brauchen mehr diplomatische Anstrengungen.“ Weitere Sanktionen gegen Russland seien kein Selbstzweck. Die EU sei aber notfalls bereit, weitere Schritte zu gehen. Anastasiades warnte, dass Sanktionen sein Land hart treffen könnten, weil Zyperns Abhängigkeit von Russland sehr groß sei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sinnbild für einen narzisstischen Chef: Michael Douglas als Gordon Gekkoim Film „Wall Street“

          Narzissmus im Job : Wenn der Chef nur sich selbst liebt

          Der Vorgesetzte ist dominant, leicht kränkbar oder cholerisch? Schnell liegt der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung in der Luft. Doch schwierige Chefs sind nicht immer gleich Narzissten.
          Muss sich auch Friedrich Merz gegen Markus Söder durchsetzen? Merz und Söder auf dem Parteitag der CDU.

          Merz souverän gewählt : Schon drohen der CDU neue Wunden und Wirren

          Die souveräne Wahl von Friedrich Merz ist ein Zeichen dafür, dass Angela Merkel fast schon vergessen ist. Ausgerechnet ein „Konservativer“ steht für den Wunsch, dass nun etwas Neues, Anderes beginnen möge.
          Im Parlamentarischen Rat vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland war die Zentrumspartei 1948 noch vertreten.

          Comeback nach 64 Jahren : Die Zentrumspartei ist wieder da

          Ein früherer AfD-Abgeordneter beschert der Partei nach 64 Jahren die Rückkehr in den Bundestag. Die älteste deutsche Partei war das politische Sprachrohr der Katholiken im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Wofür steht sie heute?