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Kreml-Chef in Griechenland : Putin pilgert auf Berg Athos

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Verbeugt sich nur vor der Religion: Russlands Präsident Putin in der Mönchsrepublik Berg Athos. Bild: Reuters

Wladimir Putin nutzt seine Visite in Griechenland, um die Mönchsrepublik Berg Athos zu besuchen. Der Kremlherrscher betont damit die Verbindung nach Athen, wo man die Geste allerdings einzuordnen weiß.

          Am zweiten Tag seiner Griechenlandreise ist der russische Präsident Wladimir Putin am Samstag zur Mönchsrepublik Berg Athos gepilgert. Diese autonome Mönchsrepublik gilt als Hochburg des orthodoxen Christentums. Am Vortag hatten Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras vereinbart, die Beziehungen beiden Staaten auszubauen.

          Im Hauptort der Mönchsrepublik Karyes fand eine kurze feierliche Messe statt, wie das griechische Fernsehen (ERT) berichtete. An den Feierlichkeiten nahmen auch der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos und der russische Patriarch Kirill an der Spitze einer Delegation Dutzender Geistlicher der russisch-orthodoxen Kirche teil. Zudem stand der Besuch des überwiegend von Russen bewohnten Klosters Agios Panteleimon auf dem Berg Athos auf Putins Programm.

          Dieses Jahr wird die tausendjährige Präsenz russischer Mönche auf dem Berg Athos gefeiert. In den Archiven der Mönchsrepublik werde der erste russische Abt eines Klosters im Jahr 1016 erwähnt, hieß es in einer Erklärung des Vorstandes der Mönchsrepublik (Archives de l’ Athos, Actes de Lavra I).

          „Keine gute Entwicklung“

          Am Freitagabend hatten Putin und Tsipras erklärt, Moskau und Athen wollten trotz zahlreicher Schwierigkeiten ihre Kooperation ausbauen. Putin sagte, Russland habe die Pläne für den Bau einer Gasleitung durch das Schwarze Meer nach Griechenland und weiter nach Italien nicht aufgegeben. Der Bau einer solchen Leitung über die Türkei war wegen russisch-türkischer Streitigkeiten gescheitert. Russland wartet nach Putins Worten nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die türkische Luftabwehr im syrisch-türkischen Grenzgebiet im November 2015 weiter auf Erklärungen Ankaras. „Diese haben wir noch nicht bekommen“, sagte Putin.

          Der Kremlchef deutete jedoch seine Bereitschaft zu Gesprächen mit der Türkei an. „Wir wollen auch die Beziehungen wieder aufnehmen“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. „Es waren nicht wir, die sie zerstört haben.“ In Europa sei die Stationierung amerikanischer Luftabwehrraketen in Rumänien „keine gute Entwicklung“, sagte Putin weiter. Es werde Gegenmaßnahmen geben.

          Putin nutzt Religion innenpolitisch

          Russische Firmen haben Interesse am Kauf griechischer Staatsunternehmen, die wegen des mit der EU, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds vereinbarten Kreditprogramms privatisiert werden sollen. Putin nannte die Eisenbahnen und den Hafen von Thessaloniki. Nach seinen Worten wollen viele Russen nach Griechenland reisen: „Eine Million Russen werden dieses Jahr (in Griechenland) erwartet“, sagte Putin.

          Russland und Griechenland verbindet der christlich-orthodoxe Glauben. Mit seiner Pilgerreise zum Berg Athos setze Putin seine Politik fort, die Religion für seine Innenpolitik zu instrumentalisieren, hieß es aus Diplomatenkreisen in Athen. Auch Tsipras erhoffe aus seiner Öffnung zum Osten innenpolitischen Gewinn. Die engen Kontakte zu Russland stehen im Kontrast zu den von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim.

          Die Rettung Griechenlands von der schweren Finanzkrise wird Russland nicht sein; das weiß man in Athen sehr gut. Tsipras machte es am Freitagabend klar: Griechenland habe tiefe Wurzeln in Europa, im Westen und in der Nato. Es zögere aber nicht, seine Beziehungen auch zum Osten Europas auszubauen.

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