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Asylbewerber : Die wirklichen Fluchtursachen

  • -Aktualisiert am

Unter den Asylsuchenden, die über das Mittelmeer kommen, stammen die meisten aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Das legt andere Schlüsse über die Gründe ihrer Flucht nahe als wirtschaftliche.

          Der neue Bericht der Vereinten Nationen über die Fluchtroute Mittelmeer widerlegt eine Einschätzung, die auch in Deutschland die Debatte über Migration häufig prägt: Die wichtigste Fluchtursache sind nicht die ökonomischen Umstände in den Herkunftsländern, sondern die politischen. (Zumindest gilt das für außereuropäische Gesellschaften, der Balkan ist ein Sonderfall.)

          Unter den Asylsuchenden, die über das Mittelmeer kommen, stammen mit Abstand die meisten aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Es folgen Afghanistan, Eritrea, Somalia und Nigeria. Auch das sind Staaten, in denen schwere politische Konflikte bestehen.

          Um den Ansturm zu verringern, müssen also nicht ganz Afrika und Asien wirtschaftlich entwickelt werden, auch wenn Wachstum sicher hilfreich wäre. Viel wichtiger ist, dass die EU und der gesamte Westen endlich mehr dazu beitragen, die Handvoll politischer Großkrisen zu entschärfen, welche die neue Süd-Nord-Wanderung speisen. Geschieht das nicht, werden sich die Flüchtlingszahlen weiter in die Richtung entwickeln, die der UN-Bericht dokumentiert: steil nach oben.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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