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A300M-Absturz : Der Pannenvogel

Ein Wrackteil des abgestürzten Militärtransporters auf einem Feld in der Nähe des Flughafens von Sevilla. Bild: AFP

Nach dem Absturz eines A400M-Transportflugzeugs bei Sevilla ist das ganze Programm gefährdet. Dabei wartet die Bundeswehr – und nicht nur sie – dringend auf das neue Fluggerät.

          Es scheint, als läge ein Fluch auf diesem Flugzeug. Jahrelang reihte sich Panne an Panne bei der Entwicklung des Militärtransporters A400M, die Kosten schnellten in die Höhe, und die Militärs in den Bestellerländern zogen lange Gesichter. Nun müssen sie dem Worst Case ins Auge sehen – am Samstag ist eine Maschine abgestürzt. Sie schlug auf einem Acker nahe dem Flughafen von Sevilla auf, von wo aus sie zu einem Testflug gestartet war. Das Flugzeug zerbarst und brannte aus. An Bord sollen mindestens sechs Personen gewesen sein, zwei überlebten den Absturz mit schweren Verletzungen. Über die Ursachen wurde zunächst nichts bekannt.

          Das Unglück ist eine Katastrophe nicht nur für den Hersteller, sondern auch für die Streitkräfte Deutschlands, Frankreichs, Spaniens, Großbritanniens, der Türkei und Belgiens. Sie warten seit Jahren auf die bestellten 174 Flugzeuge. Der Transporter soll die Lücke im strategischen Lufttransport schließen, die durch den Afghanistan-Einsatz offenkundig geworden war.

          Airbus soll Transall-Maschinen ablösen

          Bei der Bundeswehr soll es die veralteten Transall-Maschinen ablösen. Bislang hat Deutschland von 53 bestellten A400M nur einen einzigen erhalten – mit sechs Jahren Verspätung. Er konnte weniger, als vereinbart worden war. Und, noch schlimmer: Techniker fanden Hunderte Mängel; das Verteidigungsministerium schlug Alarm. Airbus-Chef Tom Enders entschuldigte sich öffentlich und organisierte das Management neu.

          Jetzt wird das Programm wieder zurückgeworfen, um Monate, vielleicht um Jahre. Bis auf weiteres müssen alle ausgelieferten Flugzeuge am Boden bleiben. Womöglich wird das ungeliebte Projekt ganz beendet. Und dann? Die Bundeswehr hat Antonow-Transporter gechartert. Moderne Flugzeuge haben die Amerikaner im Angebot.

          Thomas Gutschker

          Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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