https://www.faz.net/-gq5-84hyr

Gestohlene Dokumente gehackt : Der talentierte Mr. Snowden

Misstrauen gegenüber Staat und Geheimdiensten: Whistleblower Edward Snowden im Dezember 2014 in Berlin in einer Videoschaltung Bild: dpa

Willentlich oder nicht: Edward Snowden betreibt mit seinen Enthüllungen das Geschäft der Feinde der westlichen Gesellschaften. Unterstützt wird er dabei im Westen selbst.

          1 Min.

          Das Geschäftsmodell des Edward Snowden beruht auf Misstrauen. Und zwar nicht auf jenem gesunden Misstrauen, ohne das man menschlich und politisch schnell auf die Nase fallen kann. Snowdens Erfolg basiert auf einem häufig krankhaften Misstrauen, das in westlichen Gesellschaften dem Staat entgegengebracht wird. Sind dann auch noch die Vereinigten Staaten mit von der Partie, gibt es endgültig kein Halten mehr.

          Dass der talentierte Mr. Snowden und seine Entourage publizistisch so erfolgreich sein konnten, liegt darin begründet. Die Stilisierung zum einsamen Kämpfer gegen einen Geheimdienstleviathan, dem alles Böse zuzutrauen ist, konnte aber nie vergessen machen, dass seine Enthüllungen auch das Geschäft der Feinde westlicher Gesellschaften besorgten.

          Ob es nun zutrifft, dass Russen und Chinesen Snowdensches Material knacken konnten und dadurch etwa britische Agenten gefährdet wurden, lässt sich (noch) nicht mit Sicherheit sagen. Dass Snowden, der sich nach wie vor im russischen Exil aufhält, die wichtige Arbeit der Geheimdienste geschwächt hat, trifft aber in jedem Fall zu.

          Richard Wagner
          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weitere Themen

          Ein Ungeliebter auf Erfolgskurs

          Olaf Scholz : Ein Ungeliebter auf Erfolgskurs

          Jahrelang wollten die Parteilinken Olaf Scholz loswerden, die Kampagne lief planmäßig schlecht. Jetzt könnte er der SPD den Weg ins Kanzleramt ebnen. Und dann?

          Topmeldungen

          Olaf Scholz : Ein Ungeliebter auf Erfolgskurs

          Jahrelang wollten die Parteilinken Olaf Scholz loswerden, die Kampagne lief planmäßig schlecht. Jetzt könnte er der SPD den Weg ins Kanzleramt ebnen. Und dann?
          Cathie Wood

          Star in der Finanzwelt : Grande Dame mit Kultstatus

          Cathie Wood ist zu einem Star der Investmentszene geworden und gilt als Anti-Warren-Buffet. Den Bitcoin sieht sie bei 500.000 Dollar, Tesla bei 6000. Doch auch sie hat sich schon geirrt.
          Urbanes Gärtnern auf dem Tempelhofer Feld in Berlin

          Wege aus der Wohnungskrise : Bullerbü statt Babylon?

          Der grüne Traum vom innerstädtischen Blühstreifen begeistert die Wohlhabenden in Prenzlauer Berg. Was ist aber mit Marzahn oder Hellersdorf? Bei der Wahl, nicht nur in Berlin, geht es darum, wie wir wohnen werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.