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Russland : Das S-Wort

Der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew berät sich mit der Zentralbank-Führung und Regierungsmitgliedern. Bild: Reuters

Die Sanktionen gegen Russland wirken: Der Rubel fällt und fällt. Ein Grund zur Freude ist das aber nicht. Die Rechnung muss womöglich ganz Europa zahlen. Ein Kommentar.

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          Noch gilt in Russland die von Putin ausgegebene Parole, die Sanktionen des Westens machten das Land nur stärker. Doch ohne das S-Wort zu erwähnen, hat die russische Zentralbank sie neben dem Verfall des Ölpreises als wichtigsten Grund für den Absturz des Rubels genannt. Sie wirken also - aber ein Grund zur Freude ist das nicht.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Da sind zum einen die einfachen Leute in Russland, die es schon schwer genug haben: Ihnen mag man nichts Schlechtes wünschen, ganz gleich, wie sehr sie dem Treiben ihres Präsidenten zustimmen. Zum anderen ist ein wirtschaftlicher Zusammenbruch Russlands nicht im Interesse des Westens, weil davon unabsehbare Erschütterungen ausgehen können. Am besten für alle in Europa wäre ein starkes und stabiles Russland, das seine - unvermeidlichen - Interessenkonflikte mit Nachbarn auf zivile Weise austrägt.

          Dass Putin dazu nicht willens ist, hat die EU so lange ignoriert, bis sie sich angesichts des Angriffs auf die Ukraine nicht mehr mit diplomatischen Floskeln an der Wahrheit vorbeimogeln konnte und reagieren musste. Die 28 EU-Mitgliedstaaten konnten nicht mehr anders, als Sanktionen zu verhängen, um Putins Regime zu schwächen. Die sollten die Kosten für die Annexion der Krim und den Krieg in der Ostukraine so hoch treiben, dass Moskau wenigstens vom Rest der Ukraine ablassen und von weiteren Abenteuern absehen dürfte.

          Russland ist verwundbar, weil die Moskauer Machthaber die Phase hoher Ölpreise zur Selbstbereicherung und zu Großmachtspielchen genutzt haben, anstatt das Land zu modernisieren. Das wird teuer für Russland, aber die Rechnung zahlt später womöglich ganz Europa.

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