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Kommentar : Putins Welt

Die Welt ist für Wladimir Putin sehr einfach: er hat recht, alle anderen nicht. Doch seine Kritik an den westlichen Medien zeugt von Unwissenheit.

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          Die Welt nach Wladimir Putin ist einfach und übersichtlich: Er hat recht, die anderen haben unrecht. Folglich kann Kritik an seiner Politik nicht in der Sache liegen, sondern muss das Werk dunkler Mächte sein. Dieses Muster wird auf die Opposition in Russland angewandt, der pauschal unterstellt wird, im Interesse der Feinde Russlands zu arbeiten.

          Nach diesem Schema erklärt Putin auch, weshalb er in praktisch allen deutschen Qualitätsmedien (unabhängig von ihrer sonstigen politischen Ausrichtung) so schlecht wegkommt: Die deutschen Medien stünden „unter erheblichem Einfluss aus dem Land auf der anderen Seite des Atlantiks“, sagt er im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung.

          Wenn dem so wäre, müsste man angesichts der scharfen Kritik an den Vereinigten Staaten (wegen der Todesstrafe, des Irak-Kriegs, Guantánamo, der NSA, der Polizeigewalt gegen Farbige und so weiter) in den meisten deutschen Blättern konstatieren, dass die transatlantischen Einflussagenten ziemlich stümperhaft arbeiten – oder dass sie unglaublich perfide vorgehen, indem sie ihre wahre Agenda mit ständiger Amerika-Kritik verschleiern.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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