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Kommentar : Verschobene Perspektiven

  • -Aktualisiert am

Im Ukraine-Konflikt scheinen viele Europäer eine Lösung finden zu wollen, die Russland gerecht wird. Das wäre fatal, denn vielmehr muss das Land Zugeständnisse machen, die der Ukraine eine friedliche Zukunft ermöglichen.

          Es ist gut, dass die Bundeskanzlerin und der französische Staatspräsident am Unabhängigkeitstag der Ukraine das Gespräch mit Präsident Poroschenko gesucht haben. Der hat eindringlich das Ausmaß der militärischen Bedrohung seines Landes beschrieben.

          Politisch herrscht dagegen Stillstand. Das sollte man ändern, da hat Außenminister Steinmeier recht. Der Minister hat auch gesagt, eine europäische Friedensordnung könne es nicht ohne Russland geben. Auch richtig, aber hat das irgendjemand gefordert? Es scheint, dass sich in der Wahrnehmung des Ukraine-Konflikts die Perspektiven verschieben. Oft hört es sich so an, als sei es das höchste Ziel europäischer Politik, in der Ukraine eine Lösung herbeizuführen, die Russland gerecht wird. Das wäre fatal.

          Zwar müssen russische Interessen berücksichtigt werden. Aber vor allem muss eine Lösung gefunden werden, mit der die Ukraine in eine friedliche Zukunft geführt werden kann. Dafür muss auch Russland Zugeständnisse machen. Wann hat eigentlich zuletzt jemand im Westen diese Selbstverständlichkeit ausgesprochen?

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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