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Kommentar : Kleinliches Gezänk

  • -Aktualisiert am

Die Äußerungen des Präsidenten des jüdischen Dachverbandes in Frankreich waren mindestens missverständlich. Doch der Streit darum hilft niemandem weiter.

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          Wenn, wie zurzeit in Frankreich, Emotionen die politische Diskussion zu beherrschen drohen, ist es noch wichtiger als sonst, über öffentliche Aussagen vorher gründlich nachzudenken. Es macht immer einen schlechten Eindruck, wenn Interpretationen nachgeschoben werden müssen.

          Diese Erfahrung macht der Vorsitzende des Rates der jüdischen Organisationen in Frankreich. Wenn er sagen wollte, dass alle diejenigen, die in jüngerer Vergangenheit im Land Terrorakte verübt haben, sich auf den Islam beriefen, dann hätte er das genau so sagen sollen. Originell wäre die Aussage auch dann nicht gewesen, aber Widerspruch hätte sie eigentlich auch nicht hervorrufen können. Denn die Terroristen haben sich ja in der Tat alle irgendwie auf den Islam berufen.

          Er hat aber anders formuliert und damit ohne Not einen verbalen Schlagabtausch mit einem namhaften Repräsentanten muslimischer Organisationen in Gang gesetzt. Man darf natürlich fragen, ob dieser so gereizt hätte reagieren müssen. Eines freilich ist sicher: Mit kleinlichem Gezänk gräbt man den Terroristen nicht das Wasser ab.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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