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Kommentar : Athener Machtfrage

  • -Aktualisiert am

Der Bruch in Tsipras` Partei ist deutlich zu Tage getreten. Es ist besser, wenn er klärt, ob sie noch regierungsfähig ist. Wieder einmal zeigt sich, dass die politische Klasse das größte Problem des Landes ist.

          In Griechenland zeigt sich nun doch sehr rasch, auf welch schwankendem politischen Grund die neuen Verhandlungen mit den Gläubigern des Landes stattfinden. Erst seit ein paar Tagen sind die „Institutionen“ wieder in Athen, und Ministerpräsident Tsipras kommt nicht darum herum, in seiner Partei die Machtfrage zu klären.

          Das Modell, dass er sich fürs Erste von der Opposition stützen lässt, hat den linken Flügel seiner Partei nicht entmutigt, ganz im Gegenteil. Der Bruch zwischen Euro- und Drachmenlager, den Syriza monatelang vor der Eurogruppe verheimlichen konnte, ist inzwischen offen zutage getreten. Das muss man nicht bedauern. Die Zeiten, in denen mit verdeckten Karten gespielt wurde, sollten in Athen endlich zu Ende gehen.

          Es ist besser, wenn Tsipras so früh wie möglich klären lässt, ob seine Partei regierungsfähig ist oder nicht. Denn es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass neue Milliarden aus Brüssel überwiesen werden, ohne dass eine halbwegs stabile Regierung in Athen im Amt ist. Das größte Problem dieses Landes ist und bleibt seine politische Klasse.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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