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Kommentar : Besuch aus Moskau

Den Besuch Wladimir Putins im Vatikan feiern seine Propagandisten als Coup. Doch echte Partner im Westen findet der russische Präsident erst, wenn er seinen Worten Taten folgen lässt.

          Moskauer Staatsmedien mögen den Besuch Präsident Putins im Vatikan als Coup feiern, der die westliche Isolierungsfront durchbreche; zumal Putin an diesem Mittwoch auch mit den Spitzen des italienischen Staates zusammenkommt. Dass Italien sich mit den Sanktionen gegen Russland schwertut, ist bekannt.

          Aber wer weiß, vielleicht haben Putins Propagandisten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, und Franziskus wird dem Präsidenten, in welchen Worten auch immer, ins Gewissen reden. Vorwürfe, er verharmlose angesichts des Krieges in der Ukraine die Rolle Russlands, wird sich der Papst nicht noch einmal anhören wollen. Putin mag das alles nicht sonderlich betrüben. Er hat in Europa noch immer Parteigänger und Einfallschneisen für seine Propaganda; die eigene Bevölkerung jubelt ihm nach wie vor zu.

          Aber wie lange wird das halten, wenn die russische Wirtschaft weiter den Bach runtergeht und sich die Auswirkungen der Rezession nicht durch strammen Nationalismus kompensieren lassen? Putin fände wieder echte Partner im Westen, wenn er nur seinen Worten Taten folgen ließe.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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