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Kommentar : Was heißt hier stabil?

Wenn Griechenland aus dem Euro austritt, dann ist die Stabilität im östlichen Mittelmeerraum in Gefahr. Es liegt aber vor allem an Athen, dieser Gefahr vorzubeugen.

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          Man will dem griechischen Ministerpräsidenten Tsipras gar nicht widersprechen; aber weil in seiner Analyse die Andeutung einer Erpressung mitschwingt, ist man auf der Hut. Träten Griechenland oder Zypern aus der Eurozone aus, sagte Tsipras auf der ersten Station seiner europäischen Vorstellungstour, dann sei die Stabilität im östlichen Mittelmeerraum in Gefahr.

          Mal abgesehen davon, dass ein Austritt – oder ein Ausschluss – aus der Währungsunion rechtlich eigentlich nicht möglich ist (es sei denn, man träte auch aus der EU aus); und auch davon abgesehen, dass die Kennzeichnung Griechenlands und Zyperns als regionale Stabilitätsfaktoren im Lichte der vergangenen Jahre mehr als skurril ist, so dürfte eines zutreffen: Käme es zum Abschied vom Euro, geriete die Region, an deren Saum das Chaos herrscht, mit Sicherheit in neue, heftige Turbulenzen.

          Das strategische Argument hat ja eine Rolle gespielt beim Schnüren der Kreditpakete für Griechenland – Moskau kämen innereuropäische Unsicherheiten zupass. Dennoch liegt es vor allem an Athen, den eigenen Laden in Ordnung zu bringen. An wem sonst?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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