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„Nachtwölfe“ gestoppt : Entscheidung mit Beigeschmack

„Für Stalin!“: Schon die Fahnen der „Nachtwölfe“ lassen keinen Zweifel, wie ihr „Gedenken“ an das Weltkriegsende zu verstehen ist. Bild: dpa

Polen lässt die „Nachtwölfe“ nicht ein- beziehungsweise durchreisen. Ihre Fahrt nach Berlin zum „Gedenken an das Weltkriegsende“ ist damit schneller zu Ende als gedacht. Ein kleiner Nachgeschmack bleibt, aber die Entscheidung ist richtig so.

          Was von der Art des Gedenkens der russischen „Nachtwölfe“ an das Kriegsende zu halten ist, zeigen schon die Fahnen, die sie bei der Abfahrt ihres Motorradkonvois aus Moskau mit sich geführt haben: „Für das Vaterland! Für Stalin!“, stand auf einer. Die Rockergruppe, der Wladimir Putin regelmäßig seine Aufwartung macht, steht für jenen aggressiven russischen Nationalismus, der eine Bedrohung für den Frieden in Europa ist.

          Ihre Fahrt nach Berlin zum Jahrestag des Kriegsendes sollte eine Demonstration dieser Geisteshaltung sein. Dass die Behörden in Polen (in Zusammenarbeit mit Deutschland, der Tschechischen Republik und der Slowakei) das jetzt bis auf weiteres verhindert haben, ist richtig. Denn die Gefahr ist ja nicht auszuschließen, dass die „Nachtwölfe“, die in Russland in den vergangenen Jahren immer wieder in gewaltsame Auseinandersetzungen verwickelt waren, versuchen könnten, auf ihrer Fahrt Zwischenfälle zu provozieren, die eine weitere Belastung für das ohnehin schwierige Verhältnis zu Russland wären. Da ist es besser, den schalen Nachgeschmack in Kauf zu nehmen, den eine solche Entscheidung gegen die Reisefreiheit hinterlässt.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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