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Kommentar : Fliegende Bären

Russland und der Westen tauschen im Himmel über Europa mittels Kampfflugzeugen Botschaften aus. Die Kanzlerin reagiert richtig auf Moskaus Luftnummer. Sie lässt Putins militärisches Aufplustern wie die Tat eines Halbstarken aussehen.

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          Der slowenische Ministerpräsident brachte die Sache während seines Besuchs in Berlin auf den Punkt: Die Patrouillenflüge der russischen Langstreckenbomber entlang der Nato-Grenzen sind „gewisse Botschaften“. Es sind Botschaften des Kalten Krieges, überbracht von Instrumenten des Kalten Krieges. Putin setzt die „Bären“ (das ist der Codename der Nato für die TU-95) genau so ein, wie es seine sowjetischen Vorgänger taten. Er will damit seine militärische Macht demonstrieren und gleichzeitig den Westen politisch testen.

          Der tat gut daran, sich nicht provozieren zu lassen, Putin aber auch fliegende Botschaften zu schicken, Botschaften der Wachsamkeit und Entschlossenheit. Sie wurden von den aufgestiegenen Abfangjägern überbracht, die im Ernstfall leicht mit den schon in die Jahre gekommenen Tupolews fertig würden.

          Merkels Reaktion („bin nicht besorgt“) mag mancher für Leisetreterei halten. Doch könnte sie den russischen Präsidenten genau damit zur Weißglut bringen. Die Gelassenheit der Kanzlerin ist nämlich auch eine Botschaft: Sie erklärt Putins Aufplustern zur Tat eines Halbstarken.

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