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Kommentar : Der reine Zynismus

Der russische Präsident Putin bekundet seine Trauer über das Zugunglück in Oberbayern. Für die zivilen Opfer seines Bombenkriegs in Syrien aber hat er kein Wort übrig – für die gebe es keine Beweise.

          Die „Katastrophe mit vielen Verletzten und leider auch Toten ruft in Moskau Trauer hervor“, hat der russische Präsident gesagt. Eine Kehrtwende im Kreml? Selbstkritik gar? Weit gefehlt. Putin sprach nicht von seinen Luftangriffen auf die syrische Opposition, denen viele Zivilisten zum Opfer fielen und fallen. Sein Mitgefühl bezog sich auf das Zugunglück in Bad Aibling. Der Kreml bot sogar technische Hilfe an.

          Das soll wohl zeigen, wie nahe sich Russen und Bayern stehen, insbesondere auf Regierungsebene. Vor dem Hintergrund des russischen Krieges in Syrien wirken Putins Äußerungen freilich wie der reine Zynismus. Der russische Präsident bombt dort seinem Schützling, dem Diktator Assad, den Weg nach Aleppo frei und treibt damit Abertausende Syrer an die Grenze zur Türkei.

          Damit untergräbt Putin auch Merkels Bemühungen zur Lösung der Flüchtlingskrise. Der Kreml freilich behauptet, es lägen ihm „keine glaubwürdigen Beweise“ für zivile Opfer der Luftangriffe vor. Brauchen Seehofer und Stoiber noch mehr glaubwürdige Beweise dafür, wem sie ihre Aufwartung gemacht haben?

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