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Kandidaten für Friedensnobelpreis : Kohl oder Snowden?

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Helmut Kohl, hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2010 Bild: Röth, Frank

In einem Jahr mit drei großen Krisenherden und Kriegen wird an diesem Freitag in Oslo der Träger des Friedensnobelpreises 2014 benannt. Der Jury lagen diesmal 278 Vorschläge für die wichtigste politische Auszeichnung vor - soviel wie nie zuvor.

          Aus einer Rekordzahl von Kandidaten wird das norwegische Nobelkomitee an diesem Freitag den Preisträger des Friedensnobelpreises 2014 benennen. 278 Namen enthält die Liste, die den Juroren seit Februar vorliegt. Im Rennen um die prestigeträchtige Auszeichnung ist auch wieder Helmut Kohl (CDU). Manche meinen, für den früheren Kanzler sei es 25 Jahre nach dem Fall der Mauer die letzte Chance auf die prestigeträchtige Auszeichnung.

          Neben prominenten Politikern sind auch frühere Favoriten wie die 17 Jahre alte pakistanische Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai und umstrittene Anwärter wie der amerikanische Whistleblower Edward Snowden nominiert. Als Mitfavoriten gehandelt werden auch der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege, der Agrarwissenschaftler Yuan Longping aus China, UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon und Papst Franziskus.

          Snowden glaubt nicht daran

          Obwohl der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Snowden von mehreren Seiten vorgeschlagen wurde, glaubt er selbst nicht, eine große Chance zu haben, wie die norwegische Zeitung „Aftenposten“ berichtete. „Es war eine große Überraschung und Ehre, nominiert zu sein, aber ich bezweifle, dass das Nobelkomitee sich hinter einen solchen Vorschlag stellt“, sagte Snowden demnach dem stellvertretenden Chef der sozialistischen Linkspartei in Norwegen, Bård Vegar Solhjell. Solhjell gehört zu denjenigen, die einen Preis für Snowden fordern.

          Die wichtigste Auszeichnung der Welt: Die 1902 entworfene Medaille des Friedensnobelpreises

          Außerdem soll die Organisation Ärzte ohne Grenzen, deren Mitarbeiter derzeit in vielen Ebola-Gebieten im Einsatz sind, unter den Nominierten sein. 2013 war mit den Chemiewaffen-Vernichtern der OPCW ebenfalls eine Organisation ausgezeichnet worden.

          Kristian Berg Harpviken, Direktor des norwegischen Friedensinstituts Prio, setzt auf einen Preis für die japanischen Pazifisten, die sich für Artikel 9 ihrer Verfassung einsetzen. Der Artikel untersagt Japan das Recht auf Kriege zur Beilegung internationaler Konflikte.

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