https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/kaempfe-im-donbass-merkel-und-hollande-besorgt-wegen-gewalt-in-der-ukraine-13432810.html

Kämpfe im Donbass : Merkel und Hollande besorgt wegen Gewalt in der Ukraine

  • Aktualisiert am

Ein ukrainischer Panzer nahe Debalzewe Bild: Reuters

Eigentlich sollten in der Ukraine die Waffen schweigen - doch sie tun es nicht. Die Bundeskanzlerin und der französische Präsident fordern nun freien Zugang für internationale Beobachter.

          1 Min.

          Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande haben sich „besorgt“ über die anhaltende Gewalt im Osten der Ukraine gezeigt.

          Die drei Politiker hätten bei einem Telefongespräch ihre Sorge über die anhaltenden Kämpfe am Bahnknotenpunkt Debalzewe geäußert, teilte die französische Präsidentschaft in Paris am Montagabend mit. Sie forderten „freien Zugang für die Beobachter“ der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), um die Einhaltung der Waffenruhe zu überprüfen.

          Merkel und Hollande hatten eine Schlüsselrolle bei der Aushandlung des Friedensplans für die Ostukraine gespielt, der am Donnerstag nach langen Verhandlungen in Minsk zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Rebellen geschlossen worden war. Der Friedensplan sieht eine Waffenruhe vor, die am Sonntag um 00.00 Uhr in Kraft trat. Anschließend sollte eigentlich am Dienstag um 00.00 Uhr der Abzug der schweren Waffen von der Frontlinie beginnen.

          Ein Beginn des Waffenabzugs von der Frontlinie stehe momentan nicht zur Debatte, erklärte der ukrainische Armeesprecher Wladislaw Selesnjow. Die Regierung erklärte, es habe seitens der Separatisten binnen 24 Stunden 112 Angriffe gegeben, bei denen fünf Soldaten getötet und 25 weitere verletzt worden seien. Der Rebellenkommandeur Eduard Bassurin schloss ebenfalls den Abzug schwerer Waffen aus, solange es kein „vollständiges Ende der Schüsse“ gebe.

          5000 Zivilisten sitzen in Debalzewe fest

          Besonders um Debalzewe gingen die Kämpfe am Sonntag und Montag aber trotz der Waffenruhe weiter, wo prorussische Rebellen tausende Regierungssoldaten eingekesselt haben. Beide Seiten machten sich für die fortwährende Gewalt verantwortlich. Eine geflohene Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, Natalia Karabuta, sagte der Nachrichtenagentur AFP, in Debalzewe säßen noch etwa 5000 Zivilisten fest. Wegen der Kämpfe würden Nahrungsmittel immer knapper.

          Die OSZE-Beobachter sollen eigentlich die Einhaltung der Waffenruhe überwachen. Doch verweigerten die Rebellen ihnen den Zugang zu Debalzewe, wo tausende ukrainische Soldaten eingekesselt sind.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Sonne geht auf: Blick auf die Commerzbank und den Main in Frankfurt

          Comeback der Commerzbank : Von wegen „alte gelbe Bank“

          Die Rückkehr in den Dax krönt die Sanierung des Kreditinstituts. Es gibt einen Platz für die Commerzbank, wenn sie ihren klaren Fokus behält, mutig ist und die verbleibenden Baustellen abarbeitet.
          Der chinesische Ballon am 4. Februar vor der Küste von South Carolina

          Chinas Ballonfahrt : Das Misstrauen wächst

          Der Vorfall mit dem chinesischen Ballon über Nordamerika wird das Verhältnis zwischen Washington und Peking weiter belasten. Die Folgen können bis nach Europa reichen.
          Vielen zu teuer: Für 49 Euro pro Monat im Nahverkehr in ganz Deutschland nutzen

          Deutschlandticket : Das 49-Euro-Ticket ist vielen wohl zu teuer

          Von Mai an sollen Bürger für einen Festpreis den ganzen Nahverkehr im Lande nutzen können. Doch Forscher erwarten, dass nur eine Minderheit vom Auto in Busse, U- und S-Bahnen umsteigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.