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Rohani in Rom : Italien versteckt nackte Statuen für Irans Präsidenten

  • Aktualisiert am

Hinter diesen Schränken verschwanden die Skulpturen im Kapitol Bild: dpa

Weil sie Rücksicht auf ihren Gast aus Iran nehmen wollten, haben italienische Behörden zahlreiche nackte Statuen für den Besuch von Präsident Rohani im berühmten Kapitol in Rom verhüllt. Mehrere italienische Politiker zeigten sich empört.

          Es gibt Gäste, auf die muss man besondere Rücksicht nehmen und mit einer gewissen Vorsicht empfangen. Mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani begrüßte am Montagabend die italienische Regierung einen solchen Staatsgast. Aus Rücksicht vor dem Glauben und der Einstellung des Staatschefs aus dem Nahen Osten ließen die italienischen Behörden zahlreiche nackte Statuen in den Museen des berühmten Kapitols in Rom verhüllen, wo Rohani auf Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi traf und eine Pressekonferenz gab.

          Verschiedene italienische Nachrichtenseiten veröffentlichten am Dienstag Bilder von Schränken, welche die Skulpturen im Kapitol verhüllten. Diese Aktion sei aus Respekt vor der iranischen Kultur und Rohanis Glauben erfolgt, hieß es. Zudem soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa beim Abendessen von Rohani und Essen auch kein Wein serviert worden sein.

          Verschiedene italienische Abgeordnete haben auf die Verhängung der antiken Statuen nackter Körper mit Empörung reagiert. Der Fraktionsvorsitzende der Partei „Fratelli d’Italia“ in der Deputiertenkammer, Fabio Rampelli, sprach laut einem Bericht der Tageszeitung „Avvennire“ von einer Schande und Beleidigung der westlichen Kultur. Die Entscheidung sei Wasser auf die Mühlen islamistischer Terroristen.

          Der Parteisekretär der rechten Lega Nord, Matteo Salvini, bezeichnete die Maßnahme als „Schwachsinn“. Seine Parteikollegin Barbara Saltamartini verurteilte sie als „x-ten Akt der Unterwerfung unter eine Kultur, die nicht zu uns gehört“. Nun bekämen schon Kunstwerke den Hijab, den islamischen Schleier, verpasst. Giuseppe Civati, Abgeordneter der regierenden Demokratischen Partei, kritisierte die Verdeckung als „enormen Provinzialismus“. Andere Stimmen betonten, Italien sei ein laizistisches Land. Darin dürfe es keine Kompromisse geben.

          Hassan Rohani

          Ruhani war am Montag vom italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Ministerpräsident Renzi in Rom empfangen worden und nahm an einem Wirtschaftsforum mit Hunderten Gästen teil. Am Dienstag traf er im Vatikan mit Papst Franziskus zusammen. Das Oberhaupt der Katholiken und Rohani betonten die Wichtigkeit von Frieden und Toleranz und tauschten Geschenke aus. Das etwa 40-minütige Treffen fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt und galt als einer der Höhepunkte der Reise. Am Mittwoch fliegt Rohani nach Paris weiter. Es ist die erste Europareise des iranischen Staatsoberhaupts seit Ende des Atomstreits vergangenen Juli.

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