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Islamistische Terrorgefahr : Britischer Ex-Geheimdienstchef gibt Entwarnung

Warnt vor Panikmache: Der frühere britische Geheimdienstchef Sir Richard Dearlove Bild: picture-alliance/ dpa

Während westliche Geheimdienste fast täglich vor aus Syrien und Irak zurückkehrenden Islamisten und Dschihadisten warnen, kommt aus Großbritannien eine ganz andere Einschätzung.

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          Der frühere Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, Richard Dearlove, hat sich für einen entspannteren Umgang mit westlichen Islamisten ausgesprochen, die aus den Kriegsgebieten in Syrien und Irak heimkehren. „Anti-Terrorismus-Maßnahmen bleiben wichtig, sollten aber nicht länger unser nationales Sicherheitsdenken und -planen dominieren“, sagte er im Royal United Services Institute in London. Es handle sich um ein „Problem, mit dem wir zu leben gelernt haben“, und dem die Medien und die Regierung den „Sauerstoff der Öffentlichkeit“ eher vorenthalten sollten.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Dearlove hielt seine Rede zum Jahrestag der Terroranschläge in London im Juli 2005. In den vergangenen Tagen und Wochen wurde in Politikerreden und Zeitungskommentaren wiederholt vor den etwa 500 aus Britannien ausgereisten Islamisten gewarnt, die derzeit an der Seite fanatischer Gruppen kämpfen. Hohe Aufmerksamkeit erhielten Videobotschaften, in denen Dschihadisten mit britischen Pass Drohungen gegen das Vereinigte Königreich aussprachen.

          „Es fühlt sich hochgradig ungut an, wie unsere Medien aus diesen irregeleiteten jungen Männern, diesen eher jämmerlichen Figuren, Sicherheitsmonster machen“, sagte Dearlove. Erst die Medienaufmerksamkeit beschere ihnen einen „Prominenten-Status, der ihre wildesten Träume übersteigt.“ Statt sie auf diese Weise „noch zu ermutigen“, sollte man sie ignorieren und davon ausgehen, dass sie nach ihrer Rückkehr von den Sicherheitsbehörden unter Kontrolle gehalten würden.

          Am Dienstag gaben zwei Rückkehrer aus Syrien vor einem Londoner Gericht zu, dass sie Terroranschläge geplant hätten. Die beiden jungen Männer aus Birmingham waren im Januar am Flugfhafen Heathrow festgenommen worden. Man fand Fotos bei ihnen, auf denen sie mit Waffen und in islamistischer Kampfkleidung posierten. Wie weit die Anschlagsplanungen gingen, ist noch unklar.

          Dearlove, der ein Jahr nach dem Beginn des Irakkriegs aus dem Amt schied und seither das Pembroke College an der Universität Cambridge leitet, sieht den Westen nicht mehr als Hauptziel der Islamisten. In dem neuen Konflikt in Syrien und Irak gehe es im Wesentlichen um „Muslime gegen Muslime“, sagte er. Großbritannien sei davon nur „marginal berührt“.

          Es sei Zeit, das „verzerrte Denken“, das dem 11. September 2001 verständlicherweise gefolgt sei, hinter sich zu lassen und eine „realistische Risikoabschätzung“ vorzunehmen. Die geheimdienstlichen Ressourcen, die zur Bekämpfung des Islamismus eingesetzt würden, seien überproportioniert und müssten stärker auf Großmächte wie China und Russland gerichtet werden.

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