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Islamfeindliche Partei : Tschechischer Politiker ruft zu Schikane gegen Muslime auf

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Der tschechische Politiker Tomio Okamura hat zu Schikanen gegen Muslime aufgerufen. Bild: Picture-Alliance

Auch in der Tschechischen Republik formiert sich eine islamfeindliche Bewegung. Als parlamentarisches Sprachrohr profilieren sich der Abgeordnete Okamura und dessen rechtspopulistische Partei mit radikalen Forderungen.

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          Der tschechische Politiker Tomio Okamura hat zu Schikane gegen Muslime aufgerufen. Man solle „Hunde und Schweine“ in der Umgebung von Moscheen Gassi führen, schrieb der Senatsabgeordnete am Wochenende auf der Facebook-Seite der rechtspopulistischen Partei „Morgenröte der direkten Demokratie“. Der Islam sieht Schweine als unrein an und verbietet ihren Verzehr.

          Okamura rief zudem zu einem Boykott von Geschäften auf, die von Muslimen betrieben werden. „Jeder gekaufte Kebab ist nur ein weiterer Schritt hin zu Burkas“, wetterte der 42 Jahre alte Politiker, Sohn einer tschechischen Mutter und eines japanischen Vaters.

          Okamuras Partei Morgenröte der direkten Demokratie nimmt damit immer stärker ausländerfeindliche Züge an. Unter den zehn Millionen Einwohnern der Tschechischen Republik gibt es nach Regierungsangaben nur rund 20.000 Muslime.

          Für Empörung hatte Okamura schon 2014 gesorgt, als er die Existenz eines Konzentrationslagers im südböhmischen Lety während des Nationalsozialismus geleugnet hatte. Mehrere tschechische Politiker forderten deshalb seinerzeit einen Rücktritt.

          „Der Mythos von einem Konzentrationslager für Roma ist nach verfügbaren Informationen eine Lüge“, sagte der frühere Präsidentschaftskandidat Okamura dem Nachrichtenportal Parlamentnilisty.cz. In dem „Arbeitslager“ sei niemand ermordet worden. „Die Menschen starben an den Folgen von Alter und Krankheit“, behauptete Okamura.

          Im Lager Lety waren Historikern zufolge zwischen 1940 und 1943 etwa 1300 Roma interniert, von denen 327 starben und mehr als 500 in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz verschleppt wurden.

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