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Iran : Diplomaten erwarten einen Durchbruch im Atomstreit

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Irans Außenminister Mohammed Dschawad Zarif zeigt sich am Montag mit einem Vertragsentwurf. Bild: dpa

Der jahrelange Konflikt um Irans Atomprogramm nähert sich einem Ende. Delegierte rechnen damit, dass das historische Abkommen mit der Islamischen Republik bereits in wenigen Stunden unterschriftsreif ist.

          Der jahrelange Atomstreit mit Iran soll am Dienstag nun endlich mit einer historischen Einigung beendet werden: Im Laufe des Vormittags werde jetzt mit dem entscheidenden Treffen der beteiligten sieben Nationen gerechnet, hieß es in der Nacht übereinstimmend aus Delegationskreisen am Verhandlungsort in Wien. Nach den Worten eines Diplomaten ging es zuletzt nur noch um letzte Formulierungen in dem voraussichtlich rund hundertseitigen Abkommen.

          Das Abkommen zwischen der 5+1-Gruppe (Vereinigte Staaten, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und Iran soll sicherstellen, dass die Islamische Republik keine Nuklearwaffen bauen, die Atomkraft aber weiterhin zivil nutzen kann. Im Gegenzug sollen Sanktionen und UN-Waffenembargos schrittweise fallen. Eine Einigung würde den seit 13 Jahren schwelenden Atomstreit beenden.

          Straßenfeste in Teheran geplant

          In der Nacht gab es in Wien noch einmal mehrere Verhandlungsrunden in unterschiedlicher Besetzung. Unter anderem kam die 5+1-Gruppe zu einem nächtlichen Koordinierungstreffen zusammen. Äußerungen des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Zarif hatten am Montagabend die Hoffnung auf eine Einigung am Dienstag genährt. Sollte die Einigung tatsächlich gelingen, soll das Abkommen dem Vernehmen nach auf dem UN-Gelände in Wien besiegelt werden. Abschließend würde es dann eine Pressekonferenz geben.

          Die jüngste Runde der Atomverhandlungen der 5+1-Gruppe mit Iran hatte vor mehr als zwei Wochen begonnen. Als strittig galten zuletzt insbesondere Fragen rund um die Aufhebung der Sanktionen und des UN-Waffenembargos gegen den Iran. Die Gespräche im Palais Coburg waren wiederholt verlängert worden. Auch das jüngste gemeinsame Zieldatum - der Montag - hatte wieder nicht gehalten werden können. „Eine Einigung wäre ein Triumph der Diplomatie mit Gewinnern auf allen Seiten“, schrieb Zarif am Montagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. Geplant ist dann auch eine Rede des iranischen Präsidenten Hassan Rohani in Teheran. In Iran hat das Innenministerium inzwischen grünes Licht für Straßenfeste im Falle einer Einigung gegeben.

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