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Interview in der ARD : Putin verteidigt Vorgehen auf der Krim

  • Aktualisiert am

Rechtfertigt sich im deutschen Fernsehen: Wladimir Putin Bild: dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Interview mit der ARD bestritten, dass sein Land auf der Halbinsel Krim gegen das Völkerrecht verstoßen habe. Vielmehr hätte das russische Militär die ukrainischen Streitkräfte blockiert, „um Blutvergießen zu vermeiden“.

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          Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Interview mit der ARD das Vorgehen seines Landes bei der Annexion der Krim verteidigt. Putin erklärte, dass Russland im Konflikt mit der Ukraine nicht gegen das Völkerrecht verstoßen habe, wie es von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten vorgeworfen wird. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Russland gegen das Völkerrecht in keiner Weise verstoßen hat“, sagte Putin im Gespräch mit dem NDR-Journalisten Hubert Seipel.

          Der Kremlchef gab zwar zu, dass das russische Militär die auf der Krim stationierten ukrainischen Streitkräfte „blockiert“ habe - dies sei allerdings nur geschehen, um ein Blutvergießen zu vermeiden: „Um den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Meinung zu äußern darüber, wie sie ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder gestalten wollen.“

          Vergleich mit dem Kosovo

          Putin verglich zudem die Situation auf der Halbinsel mit der vollzogenen Unabhängigkeit des Kosovo. Dort habe es damals lediglich einen Parlamentsbeschluss gegeben, während auf der Krim sogar ein Referendum abgehalten wurde.

          Darüber hinaus verteidigte Putin in dem Interview die zuletzt in regelmäßiger Häufigkeit stattfindenden russischen Militärmanöver. Diese fänden ausschließlich in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum statt. Auch die Amerikaner würden ihre militärischen Aktivitäten auf der ganzen Welt ausbauen, sagte Putin: „Amerikanische Stützpunkte sind in der ganzen Welt verstreut, unter anderem auch nahe unserer Grenzen. Und deren Anzahl wird größer. Darüber hinaus wurden vor kurzem Entscheidungen über den Einsatz von Spezialkräften getroffen. Und das wiederum in der unmittelbaren Nähe zu unseren Grenzen.“

          Abschließend kritisierte der Präsident auch die wirtschaftlichen Sanktionen der EU und der Amerikaner gegen sein Land. Er warnte davor, dass diese in naher Zukunft auch den Westen treffen würden. Vor allem Deutschland würde durch die Einschränkung der russischen Banken leiden. „Wenn aber die finanziellen Möglichkeiten unserer Finanzinstitute beschnitten werden, können sie den Wirtschaftsakteuren in Russland, die mit deutschen Partnern zusammenarbeiten, weniger Kredite gewähren, sodass ihre Zahl sinken wird. Das wird früher oder später nicht nur bei uns, sondern auch bei Ihnen Auswirkungen haben“, sagte Putin.

          Dem Kremlchef war zuletzt beim G20-Gipfel im australischen Brisbane erneut vorgeworfen worden, Russland breche mit seinem Vorgehen in der Ukraine und auf der Halbinsel Krim das Völkerrecht. Während westliche Regierungschefs wie Angela Merkel oder Barack Obama sowie der Präsident der EU-Kommission Jean-Claude Juncker versuchten, eine Einigung mit Putin zu erzielen, reiste der lieber vorzeitig ab. Der amerikanische Präsident stellte daraufhin weitere wirtschaftliche Sanktionen für Russland in Aussicht.

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