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In russischem Gefängnis : Ukrainische Pilotin unterbricht Hungerstreik

Nadija Sawtschenko am Mittwoch im Gericht in Moskau Bild: dpa

83 Tage befand sich die ukrainische Pilotin Nadija Sawtschenko, die in Russland in Haft sitzt, im Hungerstreik. Auf ärztlichen Rat hin isst sie nun wenigstens Hühnerbrühe. Die russische Armee begann derweil neuerliche Manöver.

          Die Führung in Moskau hat angekündigt, eine Bitte des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zu prüfen, die Pilotin Nadija Sawtschenko freizulassen. Man habe einen entsprechenden Brief Poroschenkos erhalten und werde eine Antwort „formulieren“, teilte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitrij Peskow, mit.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die Ukrainerin Sawtschenko sitzt unter dem Vorwurf, an der Tötung zweier Mitarbeiter des russischen Staatsfernsehens im Juni vorigen Jahres nahe Luhansk beteiligt zu sein, in Untersuchungshaft in Moskau. Sie weist die Anschuldigungen zurück und ist im Dezember in einen Hungerstreik getreten, um ihre Freilassung zu erreichen.

          Am Donnerstag hieß es, sie trinke nun wieder Hühnerbrühe. Die Entscheidung habe Sawtschenko auf ärztlichen Rat hin getroffen, teilte die russische Strafvollzugsbehörde mit. Ein Anwalt Sawtschenkos bestätigte die Entscheidung. Ihr Zustand sei ernst, sie habe in ein Krankenhaus verlegt werden sollen und sich daher entschieden, nun Brühe zu sich zu nehmen.

          Russische Streitkräfte begannen derweil mit neuerlichen Manövern. Einbezogen seien mehr als 2000 Soldaten auf Übungsplätzen im Süden Russlands, teilte das Verteidigungsministerium mit. Es zählte neben dem Nordkaukasus und der Krim, die nach Moskauer Lesart zu Russland gehört, dazu auch russische Militärbasen in Armenien und in den von Georgien abtrünnigen Gebieten Abchasien und Südossetien. Geübt werden solle bis zum 12. April unter anderem die Luftabwehr. In Russland vergeht kaum eine Woche, ohne dass irgendwo Manöver stattfinden.

          Das russische Staatsfernsehen berichtete unterdessen über einen Besuch des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi bei Putin im Kreml als Zeichen, dass Russland entgegen amerikanischen Wünschen nicht isoliert sei. Putin und Renzi äußerten sich positiv über das jüngste Minsker Abkommen zu einer Waffenruhe. Alexander Lukaschewitsch, offizieller Vertreter des Außenministeriums, sagte derweil, mögliche Waffenlieferungen westlicher Länder an die Ukraine könnten die Sicherheit Russlands bedrohen. Zudem behauptete Lukaschewitsch, man verfüge über Informationen, dass „dieser Tage“ bis zu 300 amerikanische Fallschirmjäger auf einem Truppenübungsplatz im Gebiet Lemberg eintreffen sollten, um ukrainischen Soldaten im Umgang mit „transatlantischer Militärtechnik“ zu schulen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew wies die Angaben zurück.

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