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Ukraine-Krise : OSZE-Sondergesandte Tagliavini legt Amt nieder

  • Aktualisiert am

Erfahrene Diplomatin: Die Schweizerin Heidi Tagliavini, hier mit dem früheren ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma, gibt ihr Mandat als OSZE-Sondergesandte auf. Bild: AFP

Bei den Verhandlungen von Minsk spielte die Schweizer Krisendiplomatin eine wichtige Rolle. Nun will Heidi Tagliavini ihr Mandat als Ukraine-Beauftragte der OSZE niederlegen. Zu den Gründen gab es zunächst keine Angaben.

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          Die Ukraine-Beauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Heidi Tagliavini, gibt ihr Amt
          auf. Das Schweizer Außenministerium in Bern bestätigte eine entsprechende Absichtserklärung der Spitzendiplomatin, machte jedoch am Samstag keine Angaben zu den Beweggründen oder zum konkreten Zeitpunkt des Rücktritts. Zuvor hatte das Schweizer Fernsehen (SRF) berichtet, Botschafterin
          Tagliavini wünsche „ihre Tätigkeit in nächster Zeit zu beenden“. Die
          1950 in Basel geborene Diplomatin war mehrfach in Krisenregionen für die Vereinten Nationen sowie die OSZE im Einsatz. Unter anderem leitete sie die Beobachtungsmission der OSZE bei der ukrainischen Präsidentschaftswahl 2010.


          Zur Ukraine-Beauftragten der OSZE war sie im Juni 2014 durch den
          Schweizer Außenminister und damaligen Bundespräsidenten Didier Burkhalter ernannt worden, der im vorigen Jahr turnusgemäß den Vorsitz der Organisation führte. Im Januar dieses Jahres verlängerte der derzeitige OSZE-Vorsitzende und serbische Außenminister Ivica Dacic ihr Mandat.

          Die promovierte Philologin, die unter anderem in Moskau studierte und fließend Russisch spricht, genoss nach Angaben von Diplomaten im Ukraine-Konflikt bei beiden Konfliktparteien Anerkennung. In den Gesprächen, die im Februar zur Unterzeichnung des Abkommens von Minsk führten, spielte Tagliavini eine wichtige Rolle. Nach Angaben von Diplomaten war sie entscheidend daran beteiligt, einen Kollaps der Gespräche in letzter Minute zu verhindern.

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