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Mord an Boris Nemzow : Hauptverdächtiger hat laut Anwalt Alibi

  • Aktualisiert am

Saur Dadajew am 8. März in einem Moskauer Gerichtsgebäude. Bild: Reuters

Saur Dadajew, der tschetschenische Hauptverdächtige im Mordfall Boris Nemzow hat möglicherweise ein Alibi. Sein Anwalt sagte nach Medienberichten, Dadajew sei zur entsprechenden Zeit gar nicht in Moskau gewesen.

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          Der Hauptverdächtige im Mordfall des Kremlkritikers Boris Nemzow hat nach Angaben seines Anwalts ein Alibi für die Tatzeit. Sein Mandant Saur Dadajew habe sich zur Zeit des Mordes an einem anderen Ort befunden, sagte Anwalt Iwan Gerassimow der Agentur Tass am Montag in Moskau. Der bekannte Oppositionspolitiker Nemzow war am 27. Februar in Sichtweite des Kremls auf offener Straße erschossen worden. Vier weitere Männer aus dem islamisch geprägten Nordkaukasus werden von den Ermittlern der Mithilfe beschuldigt.

          Einer Theorie der Polizei zufolge wurde Nemzow möglicherweise aus religiösen Motiven umgebracht. Er hatte sich mit den Opfern des Anschlags auf die französische Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ im Januar solidarisch gezeigt. Russische Oppositionelle zweifeln jedoch an der „islamischen Spur“. Frühere Wegbegleiter Nemzows wie etwa der Politiker Ilja Jaschin gehen von einem Auftragsmord aus.

          Der Tschetschene Dadajew gestand nach Justizangaben eine Beteiligung an der Tat. Er und ein weiterer Tschetschene wurden wegen Mordes angeklagt und ebenso wie die drei weiteren Verdächtigen in Untersuchungshaft genommen.

          In der vergangenen Woche hatte es Berichte gegeben, Dadajew könnte gefoltert worden sein. „Es gibt Grund zu der Annahme, dass Saur Dadajew unter Folter gestanden hat“, sagte Andrej Babuschkin, Mitglied des Menschenrechtsrats beim Kreml. Der Tschetschene, ein früherer Vize-Kommandeur einer tschetschenischen Polizeispezialeinheit, weise „zahlreiche Verletzungen“ auf, so Babuschkin. Außerdem seien an den Hand- und Fußgelenken von Handschellen verursachte „Abschürfungen“ zu erkennen; auch Finger und Zehen seien verletzt. „Wir können nicht bestätigen, dass er gefoltert wurde, aber wir haben zahlreiche Verletzungen an seinem Körper entdeckt“, sagte Babuschkin. Dadajew habe außerdem seine Unschuld beteuert.

          Der 55 Jahre alte Nemzow war am 27. Februar auf einer Brücke im Zentrum Moskaus erschossen worden. Die Ermordung des Regierungsgegners löste in Russland und weltweit Bestürzung aus. Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Staatschef Wladimir Putin und ein entschiedener Kritiker der russischen Ukraine-Politik.

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