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Neuwahlen in Griechenland : Für Kanzlerin Merkel ist „Grexit“ kein Tabu mehr

  • Aktualisiert am

Ein Griechenland bald ohne Euro? Bild: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel fürchtet einen Euro-Austritt Griechenlands nicht mehr. Die Ansteckungsgefahr für andere Länder sei gebannt dank der neu eingerichteten Rettungsmechanismen.

          Angesichts der bevorstehenden Neuwahlen in Athen ist die Bundesregierung laut eines Medienberichts bereit, Griechenland notfalls aus der Eurozone ausscheiden zu lassen. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe mit Berufung auf Regierungskreise berichtet, hält die Bundesregierung einen Austritt des Landes aus dem Euro für verkraftbar.

          Damit würden Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble von ihrem bisherigen Kurs radikal abweichen. Bislang galt der „Grexit“ als ein Tabu. Doch mittlerweile sei die Ansteckungsgefahr für andere Länder begrenzt, dank der Fortschritte, die die Eurozone seit dem Höhepunkt der Krise im Jahr 2012 gemacht habe, heißt es in dem Bericht.

          So gelten die einstigen Krisenländer Irland und Portugal als saniert. Zudem ist seit Oktober 2012 der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft. Ende 2014 hat zudem die Europäische Zentralbank im Rahmen der Bankenunion die Aufsicht über Europas wichtigste Banken übernommen.

          Derzeit gebe es noch keine Antwort auf die juristische Frage, wie ein Mitgliedsland den Euro verlassen, aber dennoch in der Europäischen Union bleiben könne, heißt es in dem Bericht weiter.

          Für die Bundesregierung dürfte laut „Spiegel“ ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro unausweichlich werden, wenn der Oppositionsführer Alexis Tsipras aus den Neuwahlen am 25. Januar als Sieger hervorgeht – wonach es derzeit aussieht. Der Spitzenkandidat der Linkspartei Syriza steht dafür, dass er den Sparkurs des Landes aufgeben und die Schulden nicht mehr bedienen wird.

          Griechenland wird seit 2010 mit Rettungsprogrammen in Höhe von mittlerweile 240 Milliarden Euro von den EU-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds unterstützt.

          Weder Kanzleramt noch Finanzministerium wollten den Bericht kommentieren.

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