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Griechenland-Krise : Politganoven

Die Drohung des griechischen Verteidigungsministers, Flüchtlinge mit Papieren auszustatten und nach Berlin zu schicken, zeigt, von welchem Geist die Regierung Tsipras beseelt ist: dem des politischen Ganoventums.

          Auf welchem Trip ist eigentlich diese griechische Regierung aus Linksradikalen und Nationalisten? Sie glaubt offenbar noch immer, der Durchsetzung ihrer Ziele sei halbstarkes Gehabe besonders dienlich. Und wenn das nicht klappt, kann man es mit Erpressung versuchen.

          Oder wie soll man die Drohung des Verteidigungsministers verstehen, illegale Einwanderer, unter denen auch Terroristen sein könnten, mit Papieren auszustatten und sie dann nach Berlin zu schicken für den Fall, dass die Partner Griechenland „misshandeln“? Auch der Langmut derer, die es mit Griechenland gut meinen, ist irgendwann erschöpft. Fast hat man den Eindruck, die Regierung Tsipras lege es genau darauf an. Denn dann könnte sie weiter an ihrer Opferlegende stricken und so von ihrer ideologiedurchtränkten Unfähigkeit ablenken.

          Aus Athen ist oft der Ruf nach Solidarität zu hören. Richtig, die wird auch gewährt; und wenn Griechenland mehr Hilfe bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme braucht, soll es die bekommen. Aber die Regierung Tsipras ist von einem anderen Geist beseelt, dem des politischen Ganoventums.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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