https://www.faz.net/-gq5-7tihj

Gespräch über die Ostukraine : Poroschenko bespricht mit Merkel Friedenschancen

  • Aktualisiert am

Haben viel zu besprechen: Kanzlerin Angela Merkel und der ukrainische Präsident Poroschenko Bild: dpa

Bundeslanzlerin Merkel und der ukrainische Präsident Poroschenko haben am Abend über die Situation in der Ostukraine gesprochen. Der prowestliche Staatschef hofft auf eine Feuerpause mit den prorussischen Separatisten.

          1 Min.

          Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat bei einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Chancen für baldigen Frieden in der umkämpften Ostukraine erörtert. Poroschenko habe dabei besonders die Bereitschaft Russlands begrüßt, eine Einigung vielleicht bereits an diesem Freitag bei der Tagung der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk (Weißrussland) zu unterstützen. Das teilte das Präsidialamt in Kiew am Mittwoch mit. Der prowestliche Staatschef hoffe, dass eine mögliche Feuerpause dann auch von den prorussischen Separatisten eingehalten werde.

          In dem Telefonat mit Poroschenko begrüßte Angela Merkel am Abend dessen Bereitschaft zu einer Feuerpause. Zudem begrüßte sie, dass die Kontaktgruppe dazu „erste Umsetzungsschritte“ vereinbaren soll. Die Kanzlerin hofft nach Angaben eines Regierungssprechers, „dass es tatsächlich zu einem beidseitigen Waffenstillstand kommt“. Russland bleibe verpflichtet, alles zu tun, um einen weiteren Nachschub von Waffen und Kämpfern über die russisch-ukrainische Grenze zu verhindern.

          Separatisten bleiben skeptisch

          Der ukrainischen Führung zufolge wurden bei Kämpfen nahe der strategisch wichtigen Stadt Ilowaisk mindestens 13 Regierungskämpfer getötet. Damit seien bei heftigen Gefechten allein innerhalb von zwei Tagen mindestens 95 Soldaten in der Region ums Leben gekommen, sagte Anton Geraschtschenko vom Innenministerium in Kiew. Zudem wurde bekannt, die Ukraine plane eine rund 2000 Kilometer lange Mauer entlang der Staatsgrenze zu Russland zu bauen. „Wir wollen einen echten Schutz“, sagte der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.

          Die prorussischen Separatisten im Donbass berichteten derweil bereits in der Nacht von einem massiven Rückzug der ukrainischen Regierungstruppen. Sie begrüßten Poroschenkos Ankündigung einer Waffenruhe, blieben aber skeptisch.

          Der Pressechef des russischen Staatsoberhaupts Wladimir Putin, Dmitri Peskow, widersprach unterdessen Präsident Barack Obama nach dessen Rede in Estland. Anders als von Obama behauptet, befänden sich keine russischen Truppen in der Ukraine, sagte Peskow. „Es wird immer wieder versucht, Russland eine destruktive Rolle in der Ukraine-Krise zuzuschreiben. Das weisen wir strengstens zurück“, meinte er.

          Weitere Themen

          Zähes Ringen am Niederrhein

          Die letzten Kriegswochen : Zähes Ringen am Niederrhein

          An der Westfront kommen Amerikaner, Briten und Kanadier nur mühsam voran. De Gaulle lehnt es ab, den sterbenskranken Roosevelt in Algier zu treffen. Der 19. Februar 1945 in der F.A.Z.-Chronik.

          Topmeldungen

          Staatsmännisch im Rollkragenpulli: Ramelow mit Hennig-Wellsow am Montagabend

          Ramelows Vorschlag : Ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst

          Wie Bodo Ramelow seinen Vorschlag, Christine Lieberknecht zur Ministerpräsidentin zu machen, einfädelte und damit die CDU unter Druck setzte – die Christdemokraten müssten bei raschen Neuwahlen schwere Verluste fürchten.
          Mitarbeiterin in einem Diagnostiklabor in Wuhan

          Coronavirus-Epidemie : Zweifel an einer Trendwende

          Immer hörbarer spekuliert Peking über ein Abflauen der Coronaseuche, doch der neueste Bericht des Seuchenzentrums gibt keine Sicherheit. Dazu kommen neue Hinweise über eine mögliche Übertragung des Virus durch die Luft.
          Sollten sich Anleger komplett von vermeintlichen Klimasündern abwenden? Experten haben dazu verschiedene Meinungen.

          Öl-, Gas- und Kohlekonzerne : Die Luft für Klimasünder wird dünner

          Immer mehr Investoren verbannen klimaschädliche Anlagen aus ihren Portfolios – während andere darin unterbewertete Aktien mit soliden Bilanzen sehen. Dass die Bewertung so unterschiedlich ausfällt, hat verschiedene Gründe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.