https://www.faz.net/-gq5-8jbj6

Frankreichs Präsident : Hollande und ein Friseur mit Ministergehalt

  • Aktualisiert am

Egal, wo und wann Hollande auftritt - die Frisur sitzt Bild: Reuters

9895 Euro jeden Monat soll Meisterfriseur Olivier B. dafür bekommen, dass er die Haarpracht des französischen Präsidenten pflegt. Minister wurden schon wegen weniger aus dem Amt gejagt.

          Wer leiten will, muss schön sein. Das zumindest muss sich François Hollande gesagt haben, als er in den Elysée-Palast einzog. Über die Pflege seiner (schon etwas schütteren) Haare sollte fortan Meisterfriseur Olivier B. wachen. Hollandes Kabinettsdirektorin Sylvie Hubac, eine alte Kameradin von der Eliteschmiede Ena, ließ sich nicht lumpen: Die Pflege der Haarpracht des Präsidenten, entschied sie, sei ein Ministergehalt wert. 9895 Euro brutto monatlich, so steht es im Vertrag des Mannes, der tags und  nachts auf Abruf die Haare des Sozialisten ordnet. Ein Minister verdient in Frankreich 9940 Euro brutto monatlich.

          Pikant ist, dass Hollande den kostspieligen Arbeitsvertrag bewilligte, als er den Franzosen noch vorgaukelte, als „normaler Präsident“ im Elysée-Palast zu walten. Mit den neureichen Attitüden seines Vorgängers sollte es vorbei sein. Hollande ließ sogar seine eigenen Bezüge um 30 Prozent reduzieren. Deshalb ist Hollandes fleißiger Kommunikationsberater Gaspard Gantzer jetzt sprachlos, wenn es darum geht, den Vorgang zu kommentieren.

          Die Wochenzeitung „Le Canard Enchainé“ veröffentlichte am Mittwoch Auszüge aus dem Einstellungsvertrag, den Madame Hubac unterzeichnet hatte. Die Kabinettsdirektorin ist längst weg gelobt worden – sie leitet die nationalen Museen und den Grand Palais in Paris. Hollandes Chefberater Aquilino Morelle war vor zwei Jahren aus dem Elysée-Palast gefeuert worden, weil publik geworden war, dass er einen persönlichen Schuhputzer angeheuert hatte. Die Kosten für die stets glänzenden Schuhe hatte Morelle, im Gegensatz zu Hollande, allerdings selbst getragen. Der Präsident hatte sich damals „enttäuscht“ über die unsozialistischen Sitten gezeigt.

          Weitere Themen

          Zeigen diese Aufnahmen die Attentäter? Video-Seite öffnen

          Ermittlungen in Sri Lanka : Zeigen diese Aufnahmen die Attentäter?

          Ein sri-lankischer Fernsehsender hat Aufnahmen aus Überwachungskameras des Shangri-La Hotels veröffentlicht, die den Fahrstuhl und den Eingangsbereich des Hotels kurz vor den Explosionen filmten. Auf ihnen sollen die mutmaßlichen Attentäter zu erkennen sein.

          Topmeldungen

          Der CSU-Politiker und EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber

          Vorstoß gegen Nord Stream 2 : Berlin taucht ab

          Nach der klaren Positionierung von Manfred Weber gegen Nord Stream 2 will die Bundesregierung eines der brisantesten europäischen Bauvorhaben als bloßes „unternehmerisches Projekt“ darstellen. Aber ganz so leicht wird das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.