https://www.faz.net/-gq5-7kgvq

Frankreich : Steilvorlage für den Front National

Auf der nächsten Welle: Die Front-National-Vorsitzende Marine Le Pen kritisiert die Sozialisten für ihre Kritik am französischen Laizitätsprinzip. Bild: REUTERS

Die Sozialisten in Frankreich glauben, es müsse mehr Toleranz gegenüber dem Islam geübt werden. Für die extreme Rechte unter Marine Le Pen ist das ein gefundenes Fressen.

          1 Min.

          Marine Le Pen kann sich über die sozialistische Regierung nicht beklagen. Regelmäßig bekommt die Vorsitzende des rechtspopulistischen Front National aus Paris politische Vorlagen, die es ihr leicht machen, ihre Popularität auszubauen. Im Frühjahr konnte sie die Welle der Empörung über ein Gesetz zur Gleichstellung Homosexueller für sich nutzen, kürzlich den Unmut bretonischer Landwirte, die sich von Paris im Stich gelassen fühlten.

          Jetzt haben die Sozialisten das sakrosankte Prinzip der Laizität in Frage gestellt und es für das Scheitern der Integration verantwortlich gemacht. Es müsse, heißt es in einem Bericht an die Regierung, mehr Toleranz gegenüber dem Islam geübt werden. Es mag überzogen sein, wenn Le Pen dies als „Kriegserklärung an das französische Volk“ wertet. Dass solche Vorhaben bei einem mit der Globalisierung hadernden Volk schlecht ankommen, hat sie besser als andere begriffen.

          Nun sind die Sozialisten auch noch über ihren eigenen Bericht in Streit geraten, was abermals Zweifel an deren Regierungstauglichkeit nährt – sicherlich nicht zum Nachteil Le Pens.

          Richard Wagner
          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weitere Themen

          Laschets Nachfolger will durchstarten

          Hendrik Wüst : Laschets Nachfolger will durchstarten

          Hendrik Wüst ist zum Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen CDU gewählt worden. Vorgänger Armin Laschet nutzt seine Abschiedsrede für eine Botschaft an die, die ihm im CDU-Bundesvorsitz folgen wollen.

          Topmeldungen

          Porträt von Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, auf dem Flur in der Bundesbank in Frankfurt am 07.08.2018.

          Unterschätzte Inflationsgefahr : Am Ende der Macht

          Jens Weidmann verlässt die Deutsche Bundesbank. Das ist verheerend in einer Situation, in der die EZB die Inflationsgefahr unterschätzt.
          Alte Verlegerschule: Assistenten-Ausbildung, ganz ohne Ironie

          Fraktur : Es war ja nur Ironie

          Deshalb wollen wir auch nicht den beleidigten Assistenten spielen. Aber eines muss klargestellt werden: Propaganda können andere besser.
          Springer-CEO Mathias Döpfner Mitte März in Berlin

          Mathias Döpfner in der Kritik : Western war gestern

          Springer-Chef Mathias Döpfner trauert Julian Reichelt nach. Er hat offenbar nicht verstanden, dass er Teil des Problems ist. Auf einer informellen Ebene hat ihm sein Vorgehen nachhaltig geschadet, heißt es aus dem Silicon Valley.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.